"Der Sieger stand eh schon fest"
Lediglich 34 bis 62 Prozent der Oberkärntner gaben bei Bundespräsidentenwahl ihre Stimme ab.
Die Stimmen sind ausgezählt. Bundespräsident Heinz Fischer (SPÖ) wurde auch in Oberkärnten mit Abstand vor Barbara Rosenkranz (FPÖ) und Rudolf Gehring (Christliche Partei Österreichs) im Amt bestätigt. Jedoch zeigten sich die Bürger eher wahlverdrossen: Im Bezirk Spittal schritten am Sonntag lediglich 47 Prozent der Wahlberechtigten auch zur Urne. Die Hermagorer waren mit 54 Prozent zumindest etwas fleißiger.
"Wahlrecht erkämpft"
St. Stefans Bürgermeister Hans Ferlitsch kann sich über 62 Prozent Beteiligung, der höchsten Oberkärntens, noch freuen: "Wir haben in der Gemeinde immer auf die Wahl hingewiesen. Natürlich könnte es noch besser sein. Bedenkt man, wie hart das Wahlrecht erkämpft wurde, sollte jeder Bürger dieses Recht auch ausüben." Auch vom Wahlausgang - Fischer erntete in St. Stefan mit 77,9 Prozent der Stimmen den größten Zuspruch im Bezirk - ist Ferlitsch angetan: "Unsere Gemeinde ist eher sozialdemokratisch orientiert, daher konnte Fischer gut punkten."
Das konnte er auch im ÖVP-dominierten Berg, wo er mit 77,7 Prozent sein drittbestes Ergebnis im Bezirk Spittal erreichte. "Fischer war für die Menschen der attraktivste Kandidat. Das dürfte aber auch Grund für die geringe Wahlbeteiligung sein. Viele haben mich gefragt: Warum soll ich wählen gehen, wenn der Sieger eh schon feststeht?", sagte Bürgermeister Ferdinand Hueter.
Im Lesachtal hatte Gehring gegen Fischer zwar keine Chance, konnte aber mit 16,2 Prozent sein bestes Ergebnis in Oberkärnten erzielen. Rosenkranz fuhr in Sachsenburg (Namensliste) und den FPK-Gemeinden Großkirchheim (je 26,3 Prozent) und Bad Kleinkirchheim (26,4 Prozent) ihre besten Ergebnisse ein. "Das zeigt, dass Bad Kleinkirchheim zum freiheitlichen Kern gehört", sagt Bürgermeister Matthias Krenn. Seine Gemeinde ist nach Rangersdorf (34 Prozent) mit nur 36 Prozent aber auch jene Gemeinde mit der geringsten Wahlbeteiligung Oberkärntens: "Man muss berücksichtigen, dass über 100 Wahlkarten ausständig sind."













