Schüler knöpften sich Politiker vor
Einzigartige Veranstaltung in Hermagor: Die Spitzenkandidaten der fünf Parteien stellten sich 150 Erstwählern. Die Schüler brillierten.

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Wie tickt die Jugend - politisch gesehen? Bei der Landtagswahl werden erstmals 16- und 17-Jährige ihr Kreuz bei einer von acht Parteien machen: 13.000 Jungwähler. "Wie können wir diese Wähler-Gruppe für uns gewinnen?", rätseln Parteistrategen aller Lager.
Bemerkenswert. "Warum sollen wir gerade euch wählen", fragten rund 150 Schülerinnen und Schüler der HLW Hermagor und luden die Spitzenkandidaten Gerhard Dörfler (BZÖ), Reinhart Rohr (SPÖ), Josef Martinz (ÖVP), Rolf Holub (Grüne) und Mario Canori (FPÖ) gestern zur Polit-Diskussion an ihre Schule. Ein lang gehegter Plan: Seit November liefen die Vorbereitungen für die bemerkenswerte Veranstaltung, die einzigartig in Kärnten ist.
Wahlkampf-Rhetorik. Allein: Während die Schüler für jeden Kandidaten individuelle Fragebögen zusammengestellt hatten, reichte die Argumentationskraft der Politiker kaum über Wahlkampf-Rhetorik hinaus. Ob der vom BZÖ versprochene Jugendtausender mit dem Rekordschuldenstand des Landes verträglich sei? Darauf gab Dörfler keine Antwort, er verwies nur darauf, dass das Geld "nicht in bar" ausgezahlt werde solle. Ob das SP-Wahlzuckerl - 5000 Euro zur Hausstandsgründung - finanzierbar sei? Auch Rohr blieb eine Antwort schuldig: "In wirtschaftlich schwierigen Zeiten" bräuchten Jugendliche eine Starthilfe. Ob das VP-Versprechen eines Mütter-Tausenders im Interesse nachfolgender Generationen sei? Sicherlich, beruhigte Martinz: Immerhin gehe es um die "Wahlfreiheit der Familien".
Opposition beklatscht. Applaus für die Oppositionskandidaten Holub und Canori. Deren Tenor: "Wir haben das Geld nicht." Beide Politiker kritisierten die Bewerbungskosten der drei Großen: "Die sieben Regierungsmitglieder haben gemeinsam fünf Millionen Euro für Inserate ausgegeben", kritisierte Canori. Die Behauptung blieb weitgehend unwidersprochen.
100 Prozent ohne Martinz. Für Erheiterung sorgte die Wahlprognose. Jeder Politiker war aufgefordert, ein Ergebnis für seine Partei anzugeben. Dörfler tippte auf 41 Prozent, Rohr auf 39, Holub auf acht und Canori auf zwölf. Einzig Martinz weigerte sich, sein Wahlziel zu nennen. Das Ergebnis werde ein "Plus" sein: Mehr war ihm nicht zu entlocken. Nur: Sollten die Prognosen der anderen eintreffen, hätte Martinz Erklärungsbedarf. Denn die Tipps der vier Parteien ergeben zusammen exakt 100 Prozent.
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