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Zuletzt aktualisiert: 12.12.2008 um 15:42 UhrKommentare

Friaul drängt auf Bau der Strom-Autobahn von Kärnten nach Italien

Trotz Protest von Umweltaktivisten will Friaul die "Strom-Autobahn" von Kärnten nach Italien bauen.

Trotz des Protests von Umweltaktivisten will Friaul an dem Projekt einer sogenannten Strom-Autobahn von Würmlach im Gailtal bis nach Somplago in der friaulischen Provinz Udine festhalten. Die friaulische Stromgesellschaft Secab, die im Auftrag der friaulischen Behörden die Stromleitung errichten will, stellte das neugegründete Konsortium Alpe Adria Energia Line Spa vor, das die 40 Kilometer lange Gittermasten-220-kV-Freileitung von Würmlach nach Somplago legen soll.

Wirtschaftlich wichtig. In den kommenden Wochen sollen alle bürokratische Hindernisse behoben werden, um mit den Bauarbeiten zu beginnen, sagte das für Stromfragen zuständige Mitglied des friaulischen Regionalrats, Giulia Riccardo. Mit der neuen Stromautobahn, die vom Umspannwerk in Würmlach über den Plöckenpass die Karnischen Alpen queren und bis Somplago bei Tolmezzo führen wird, soll Energie zu günstigeren Preisen nach Italien importiert werden. "Für die wirtschaftliche Entwicklung Friauls ist es absolut wichtig, Energie zu wettbewerbsfähigen Preisen zu erhalten", sagte Riccardi.

Umweltschützer protestieren. Betreiber der Stromautobahn soll die börsennotierte italienische Stromnetzfirma Terna sein, eine Tochter des Energiekonzerns Enel. Die Leitung soll die Energieversorgung in Oberitalien sicherstellen. Umweltschützer, aber auch die Vertreter der betroffenen Gemeinden der Region Carnia, protestieren bereits heftig gegen das Projekt: "Hier wird eine ursprüngliche, unberührte Naturlandschaft schwer beeinträchtigt." Die Bürgermeister wollen auch mit ihren Amtskollegen in Kärnten Kontakt aufnehmen, um gemeinsam gegen dieses Projekt auftreten zu können. Naturschützer warnen vor der drohenden "Verschandelung unberührter Natur". Auch in Kärnten gibt es Bedenken.

Stromimporte. Italien ist in der Stromversorgung stark vom Ausland abhängig und importiert 15 Prozent seines Stroms. Deswegen sind die Strompreise in Italien die höchsten in Europa. Österreich ist nach der Schweiz und Frankreich der drittgrößte Stromlieferant Italiens.


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