Ein Beamter mit Speed
Günther Fian (48), Bereichsleiter der Gewerbeabteilung Hermagor, zählt seit gestern mit seinem Team zu den schnellsten Beamten Kärntens.
Wer glaubt, dass müde Beamtenwitze heute noch auf alle Beamten zutreffen, der irrt sich gewaltig. Den Beweis dafür liefert das vierköpfige Team der Gewerbeabteilung der Bezirkshauptmannschaft Hermagor, das durchschnittlich in nur 74 Tagen - rund zweieinhalb Monaten - eine Gewerbegenehmigung erteilt. Ganz im Gegensatz zu zehn anderen Behörden Kärntens, die im Durchschnitt rund 123 Tage benötigen. Das ergab eine Studie der Fachhochschule Kärnten.
"Speedy Offiziales 2008". Leiter der schnellsten, kundenorientiertesten und kompetentesten Gewerbeabteilung Kärntens ist Günther Fian. Der 48-jährige Beamte nahm gestern stolz die Auszeichnung der Wirtschaftskammer und des Landes Kärnten "Speedy Offiziales 2008" und die damit verbundenen 3000 Euro entgegen. Der dreifache Familienvater kennt das leidige und verteufelte Beamtenimage nur zu gut: "Dieses Klischee, dass Beamte den ganzen Tag nur auf der faulen Haut liegen und auf ihre Pensionierung warten, trifft auf die heutige Zeit absolut nicht mehr zu", sagt Fian, der im Schnitt mit seinem Team 120 bis 150 Gewerbeanträge im Jahr bearbeitet.
Ansporn. Aber ist diese Auszeichnung für "einen Beamten der heutigen Zeit" nun ein Fluch oder ein Segen? "Auf jeden Fall ein Segen. Aber es ist mehr ein Ansporn für uns, in Zukunft noch flotter zu arbeiten", sagt der aus der Gemeinde Weißensee stammende 48-Jährige.
Sport und Natur zum Ausgleich. "Langweilig wird es in meinem Beruf sicher nicht und mit 17 Jahren Branchenerfahrung habe ich gelernt, mit Stress umzugehen", erzählt Fian. Den Ausgleich zu seinem abwechslungsreichen Beamtenalltag findet er beim Biken und Wandern in den Bergen Kärntens. Am besten aber kann der Naturliebhaber mit Gattin Monika und seinen Kindern Angela (21), Lisa (17) und Johannes (12) beim Eislaufen am Weißensee abschalten. Auf Freundlichkeit und Höflichkeit legt Fian nicht nur in seiner Abteilung Wert, sondern auch privat. Denn nicht umsonst lautet sein Lebensmotto: "Wie man in den Wald hinein schreit, so kommt es auch wieder zurück."












