Auch Pfarrersköchin starb bei Unfall
Schock nach Autounfall des Pfarrers in Feistritz/Gail: Jetzt starb auch die langjährige Haushälterin des Priesters. Zuvor war befreundetes Ehepaar den Verletzungen erlegen. Sie kamen von einer Totenmesse.
"Sie war die gute Seele der Pfarre, hat alles mitgetragen, sich um alles und jeden gekümmert", sagt Günther Dörflinger, der Dechant des Dekanates Hermagor. "Wir haben den Pfarrer um diesen Schatz beneidet." In der Nacht auf Sonntag ist die 51-jährige Pfarrersköchin Apollonia Igerz ihren schweren Unfallverletzungen erlegen. Sie saß gemeinsam mit dem Ehepaar Franziska und Josef Zankl aus Egg im Auto des Pfarrers von Feistritz/Gail, als dieser auf der B 111 in Feistritz mit rund 100 km/h in einen stehenden Wagen krachte (wir haben berichtet). Das Ehepaar war sofort tot gewesen.
Unfall in Feldkirchen
Von Totenmesse gekommen. Gemeinsam hatte der beliebte 69-jährige Pfarrer mit dem befreundeten Ehepaar und seiner langjährigen Haushälterin in Ludmannsdorf die Totenmesse für den ehemaligen Pfarrer Maximilian Michor besucht. Auf dem Weg zurück passierte das Unglück. Der Geistliche stand unter Zeitdruck. "Der Herr Pfarrer hatte um 15 Uhr eine große Hochzeit in Saak", sagt der Dechant.
Gerade wieder Hoffnung. Über die Verstorbenen kann der Dechant nur das Beste erzählen: Franziska Zankl (73) war Mitglied des Kirchenchores, ihr Mann Josef - ein pensionierter Tischlermeister - war früher Obmann des Pfarrgemeinderates in Mellweg, engagierte sich aber immer noch sehr. Die vom Tod ihrer Eltern verständigte Tochter musste vom Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes betreut werden. Die alleinstehende, aus Unterkärnten stammende Apollonia Igerz hatte gerade eine sehr schwere Krankheit überstanden. "Mit Müh' und Not hat sie es geschafft, wieder Lebenshoffnung zu haben", erzählt Dörflinger.
Seelischer Beistand. Am Sonntag besuchte der Dechant den verletzten Pfarrer auf der Intensivstation des Landeskrankenhauses Villach. "Er braucht jetzt seelischen Beistand."
Große Pfarrgemeinde. Diesen werden ihm jetzt viele Menschen geben: Denn der Priester gilt in seiner Pfarre als engagiert und besonders rührig. Zu betreuen hat er - beginnend mit Feistritz - eine große Gemeinde. Seit 1997 betreut er auch die Pfarren Egg und Mellweg. Dort lebte das Ehepaar Zankl. 1999 wurde ihm der Titel "Bischöflicher Geistlicher Rat" verliehen. Im Vorjahr feierte er sein 40. Priesterjubiläum. Heuer kümmerte er leidenschaftlich sich um den Wiederaufbau des Marien-Seitenaltars aus 1680 in der Kirche in Egg. Im Jänner war dieser total abgebrannt.
Bei dem Unfall wurden drei weitere Menschen verletzt. Laut Auskunft der Polizei in Nötsch hatten alle drei Glück: Sie erlitten nur leichte Verletzungen. Sie konnten bereits einvernommen werden. Die Ermittlungen über den Unfallhergang sind noch nicht abgeschlossen. Am Unfallort gibt es keine Bremsspur.










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