Bezirks- und Gemeindesuche
Harleys so laut wie ein Düsenjet
Die Verkehrspolizei macht im Rahmen der European Bike Week gegen Lärmorgien mobil: Drei Motorradfahrer mussten ihre Kennzeichen wegen Gefahr im Verzug an Ort und Stelle abgeben.

Foto © KLZ/Weichselbraun
Die Harley-Fahrer sind willkommene Gäste, und wir haben als Polizisten ein gutes Klima des Miteinander. Wenn die Motorräder aber hemmungslos laut sind und die Geduld der Anrainer überstrapaziert wird, ist Schluss." So umreißt Oberst Adolf Winkler, Leiter der Verkehrsabteilung in der Landespolizei, die Einsatzstrategie für die nächsten Tage.
In der Nacht auf Montag gab es im Raum Villach einen ersten Schwerpunkt bei der Lärmmessung. Gleich drei Harley-Fahrer mussten ihre Kennzeichen abgeben. Bei einem Deutschen (39) lag der Schallpegel bei 127 Dezibel. Er hatte bei seinem "Custombike" (Eigenbau) statt der mit 97 Dezibel genehmigten Auspuffe einfach zwei 25 Zentimeter lange Chromrohre montiert. Auch sein Begleiter (47) brachte es bei seiner Maschine auf 123 Dezibel. Auf Rang drei der Negativliste landete ein Villacher (47), der mit 120 statt der typisierten 95 Dezibel durch die Nacht knatterte. Bei 120 Dezibel beginnt für das menschliche Ohr die "Schmerzwelle", 130 bis 140 Dezibel entsprechen dem Lärm eines Düsenjets in 100 Meter Entfernung.
Bekanntschaft mit der Polizei mussten auch zwei Aussteller machen. Sie waren mit stark überladenen Kastenwagen am Veranstaltungsgelände unterwegs. Für Oberst Winkler, der in seiner Abteilung eine starke Motorradstaffel befehligt, ist der Harley-Lärm ohnehin ein eigenes Thema. "In der Regel haben Straßenmotorräder ein typisiertes Limit von 85 Dezibel. Bei den Harleys liegt der werkseitig festgelegte Wert zwischen 95 und 103 Dezibel. Wenn dann der Sound noch weiter verstärkt wird, ist dies für die ohnehin geduldigen Anrainer unzumutbar", erklärt Winkler.
Helmpflicht
Weitere Schwerpunktkontrollen der Polizei, die auch Zivilmotorräder zum Einsatz bringt, sind Alkoholisierung, Fahrverhalten im Allgemeinen und die Einhaltung der Helmpflicht.
Die Erfahrung der letzten Jahre zeige allerdings, so Winkler, dass der Prozentsatz der Unbelehrbaren in der großen, friedlichen Harley-Familie im unteren Bereich liege.










