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Zuletzt aktualisiert: 28.09.2011 um 05:10 UhrKommentare

7000 Anzeigen in Bikerweek

Dem Tempolimit von 30 km/h waren tausende HarleyFans nicht gewachsen. Kurioser Fehler: Einige werden bestraft, weil sie scheinbar "zu langsam" waren.

Foto © Weichselbraun

Da staunten Besucher des jüngsten Harleytreffens und etliche Biker nicht schlecht, als ihnen nun eine Anonymverfügung der etwas anderen Art ins Haus flatterte. "Der Lenker des Kraftfahrzeuges hat die kundgemachte Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h überschritten, weil die Fahrgeschwindigkeit 42 km/h betrug." Der Erlagschein zum Überweisen der 35 Euro Bußgeld lag gleich bei. "Seit wann wird man bestraft, weil man nicht schnell genug fährt?" wundert sich ein Lenker, dem die Polizei rät, das Strafgeld trotzdem zu überweisen.

Fehler im System

Manfred Abwerzger, zuständiger Jurist bei der Polizeidirektion Villach, musste die Frage in den letzten Tagen zig Mal beantworten: "Die Lenker sollen nicht zahlen, weil sie zu langsam waren. Uns ist ein Fehler beim Ausfertigen der Anonymverfügungen unterlaufen. Die Biker waren definitiv zu schnell, nur hat ein Beamter wohl einen falschen Code eingegeben. Deshalb trug der Computer statt der kundgemachten 30 Stundenkilometer 50 ein." Das System sei recht alt und werde 2012 ausgetauscht. "Wo gearbeitet wird, passieren auch Fehler!"

Und zu arbeiten haben die Beamten im Landespolizeikommando derzeit genug. "Es sind 90 Anonymverfügungen mit falscher Geschwindigkeit hinausgegangen, insgesamt liegen uns gut 7000 Anzeigen aus der Harleywoche vor." Ein Jahr dauert es, bis der Berg abgetragen sein wird.

"Schließlich geht es nicht nur um Österreicher und Deutsche, für die es ein Abkommen im Verfahren gibt." Mit Italien und Slowenien sei die Verfolgung schon wegen der Sprachbarrieren schwierig. "Wenn da ein Raser einen Einspruch verfasst, brauchen wir einen Übersetzer. Dann rechnet sich die Anzeige nicht mehr."

Unfassbare 7000 Delikte? "Die kommen zustande, weil um den Faaker See während der Bikeweek Tempo 30 gilt", so der Polizeijurist. "Leider halten sich viele nicht daran." Würde man die zulässige Geschwindigkeit auf 50 steigern, würden die Biker mit 70 um den See knattern, die Unfallhäufigkeit wäre viel höher. Abwerzger: "Rund die Hälfte der Delikte werden auch bezahlt."

ELENA MOSER

Audio

Antenne Manfred Abwerzger: "Fehler unterlaufen"





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