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Hallenbad Klagenfurt: Der schöne Schein trügt
Eine Sanierung des in die Jahre gekommenen Klagenfurter Hallenbades wäre unwirtschaftlich. Ein Teilbereich ist sogar schon gesperrt. Trotzdem kommen mehr als 180.000 Besucher im Jahr.

Foto © KLZ/Weichselbraun
Nicht nur die Temperaturen - bis zu 34 Grad, damit die Badegäste nicht frieren - bringen Gerald Knes manchmal ins Schwitzen. Der Bäderchef der Stadtwerke und seine 25 Mitarbeiter überprüfen regelmäßig Technik und Statik im Klagenfurter Hallenbad. "Wir haben mehr als 180.000 Besucher im Jahr. Da geht Sicherheit über alles", sagt Knes. Und das wiederum geht ins Geld. "Wir müssen permanent in die Instandhaltung investieren, aktuell zum Beispiel 80.000 Euro in Elektrotechnik."
Ein Hallenbad hält 15 bis 20 Jahre, heißt es. Das Klagenfurter Bad ist 1973 eröffnet und 1993 von Grund auf saniert worden. Die Kosten dafür waren damals mit 200 Millionen Schilling doppelt so hoch wie zunächst veranschlagt. "Eine neuerliche Sanierung wäre völlig unwirtschaftlich", erklärt Bürgermeister Christian Scheider (FPK). "Abgesehen von den Fortschritten bei der Energieversorgung baut man heute ja ganz anders."
Wie teuer das Flicken eines in die Jahre gekommenen Hallenbades sein kann, zeigt das seit Kurzem gesperrte Babybecken. Im sogenannten Mutter-Kind-Bereich ist Wasser durch den Beton in den darunter liegenden Kabinentrakt gesickert. "Allein um dieses Becken wieder in Betrieb zu nehmen, müssten wir mehr als 100.000 Euro in die Hand nehmen", rechnet Knes vor.
Hundertwasser
Luxus gönnt man sich hier schon lange keinen mehr. Wenn Mosaikfließen herausbrechen, werden sie in der Farbe ersetzt, die noch da ist. Der Hundertwasser-Effekt auf einigen Bänken und auf dem Boden mancher Becken ist also die Folge wirtschaftlicher Zwänge. Ebenso wenig dienen die nachträglich eingezogenen roten Säulen der Verschönerung. Die Stützen waren eine Empfehlung des Statikers. Flecken, die sich durch Korrosion an der Decke der Haupthalle gebildet haben, werden nicht mehr ausgebessert. "Sie sind zwar nicht schön, tun aber keinem etwas", sagt Knes.
Die Aufrechterhaltung des Betriebes bis zum Neubau eines Hallenbades, der sicher nicht vor 2016 erfolgen wird, bezeichnet Scheider als "Kraftakt". Bei der Entscheidung für den Standort auf dem bisherigen Campingplatz in der Wörthersee-Ostbucht sei auch die Platzfrage entscheidend gewesen, sagt der Bürgermeister. Und Knes verrät: "Da wir kaum Parkplätze haben, ist es schon vorgekommen, dass Gäste im Bademantel oder mit dem Saunatuch schnell vor die Tür gelaufen sind, um einen Parkschein nachzulegen."
Features
Hallenbad neu
Ostbucht: FPK und SPÖ haben beschlossen, dass das neue Hallenbad auf dem bisherigen Campingplatz in der Ostbucht gebaut werden soll. Damit sichert man sich eine Mitfinanzierung durch das Land, das nur diesen Standort als "touristisch relevant" erachtet.












