Bezirks- und Gemeindesuche
"Ich will mehr Zeit für meine Familie haben"
Die Karten in der SPÖ sind wieder neu gemischt: Michael Matzan (43) über die Entscheidung, seinen Stadtratssessel zur Verfügung zu stellen.

Foto © kkMichael Matzan
Nicht nur die Karten innerhalb der Stadtregierung, auch innerhalb der Klagenfurter SPÖ werden nach der Wahl neu gemischt. Dafür sorgt nicht nur das Wahlergebnis. Sie stellten am Montag Ihren Stadtratssitz zur Verfügung, warum?
MICHAEL MATZAN: Ich werfe nicht die Flinte ins Korn und wurde zu nichts gedrängt. Es war eine freie Entscheidung. Ich war 18 Jahre an vorderster Front. Politik braucht und verbraucht. Es soll eine Erneuerung geben und ich will ein junges Team unterstützen.
Haben Sie Ihren Stadtsenatsplatz für eine bestimmte Person geräumt?
MATZAN: Nein. Personalentscheidungen werden erst getroffen, wenn die Referate aufgeteilt sind. Ich habe keine Präferenzen.
Hatten die Forderungen von Maria-Luise Mathiaschitz - sie will vollkommen freie Hand in der Partei - mit Ihrer Entscheidung zu tun?
MATZAN: Nein, das hat damit nichts zu tun. Ich habe mich einfach für mehr Lebensqualität - einen privaten Neuanfang - entschieden. Mein älterer Sohn ist 18 Jahre alt und kennt mich nicht anders. Ich möchte auch mehr Zeit für meinen jüngeren Sohn - er ist acht - haben. Meine Entscheidung hat die Familie sehr gefreut.
Wie verplanen Sie Ihre neu gewonnene Freizeit?
MATZAN: Ich will mehr Zeit mit meiner Familie verbringen und wieder mehr sporteln. Es ist schön, wenn man eine Radtour machen kann, ohne ein Zeitkorsett, weil schon wieder der nächste Termin ansteht. Außerdem bleibt wieder mehr Zeit für meine heimliche Leidenschaft.
Welche ist das?
MATZAN: Das Eishockey, ich hoffe, dass der KAC heuer Meister wird.
Trotz privaten Neustarts bleiben Sie der Klagenfurter SPÖ als Gemeinderat erhalten?
MATZAN: Ja. Meine Erfahrungen werden sicher gebraucht.
Apropos Erfahrungen: Sie waren in den vergangenen Jahren Referent für Verkehr, Tiefbau, Entsorgung, Schulen, Kindergärten, Horte und mehr. Welche Bilanz ziehen Sie?
MATZAN: Es war eine schöne Zeit. Ich habe einiges erreicht. Im Bereich Jugend wurde eine Jugendnotschlafstelle und mit dem [kwadra:t] ein Jugendkulturzentrum eingerichtet. Außerdem haben wir als einzige Stadt ein Tonstudio für junge Musiker. Im Bereich Kindergarten haben wir flexiblere Öffnungszeiten erreicht. Viele Schulen sind saniert worden und auch die neue Mittelschule konnte ich in Klagenfurt auf den Weg bringen.





