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    Bezirks- und Gemeindesuche

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    Zuletzt aktualisiert: 02.03.2009 um 08:53 UhrKommentare

    "Wahl wurde mit Gefühlen geschlagen"

    Bange Gesichter und Galgenhumor in der FPÖ-Parteizentrale. Angesichts der vielen Versprechungen der anderen Parteien sei man mit "ernsten Themen" nicht durchgekommen.

    Foto © Scheriau

    Die blaue Kornblume in Franz Schwagers Sakko rutschte immer tiefer. Mit jedem Telefonat, mit jeder neuen Sprengel-Auszählung, die ein wissender Besucher in die FPÖ-Zentrale trug - sprich: mit jeder weiteren Hiobsbotschaft - verschwand das stolze Symbol der alten Freiheitlichen ein wenig mehr in der Brusttasche des knorrigen Landespartei-Chefs.

    Kärnten ist anders. Bedeutungsschweres Schweigen gestern Nachmittag. "Kärnten ist anders", sagt der Tiroler FPÖ-Chef Gerald Hauser. Er, der vor einem halben Jahr in Innsbruck einen kleinen blauen Sensationserfolg feiern konnte, ist zur mentalen Unterstützung seiner Kärntner Parteifreunde angereist. Viel zur Aufmunterung hat er nicht zu bieten. Das Wahlergebnis nimmt Hauser verblüfft zur Kenntnis: "Dass das Land eine Pro-Kopf-Verschuldung von fast 4000 Euro hat, scheint keine Rolle zu spielen." Überhaupt, so Hausers Analyse, hätten "ernste Themen" wie die Landesfinanzen im Wahlkampf der anderen Parteien keine Rolle gespielt. "Hier ist es nur um Gefühle gegangen und darum wer auf den Plakaten die besseren Reime hat."

    Erklärungsversuche. Eine Ironie des Schicksals, dass das ausgerechnet die FPÖ beklagt: Jene Partei, die bei Nationalratswahlen "Daham statt Islam" plakatiert hatte. In der Tat: Kärnten ist anders. "Scheinbar geht es nur darum, wer die meisten Versprechungen macht", glaubt Harald Jannach, der einzige Kärntner FPÖ-Nationalrat. Im Parteien-Wettstreit um die größten Wahlzuckerln sei die FPÖ aufgerieben worden. Es ist kurz vor 16 Uhr, die ersten inoffiziellen Hochrechnungen sickern durch. Noch spricht man nicht von Ergebnissen, sondern von Tendenzen. Allein: Die Tendenz ist eindeutig. Das BZÖ gewinnt gegenüber 2004 dazu, die SPÖ bricht ein, die Chancen der FPÖ auf einen Einzug in den Landtag schwinden mehr und mehr. Bange Gesichter, verzweifelt-ironische Erklärungsversuche: "Die Leute hatten Angst davor, dass Jörg Haider ihnen beim Wählen zusieht." Wie bitte? "Die Menschen sind abergläubisch", sagt ein Funktionär.

    Viel Arbeit, kein Geld mehr. Gegen 16 Uhr macht sich Schwager auf den Weg in den Spiegelsaal. Dort wird er später den orange-freiheitlichen Widersachern zum Wahlsieg gratulieren. Spitzenkandidat Mario Canori fährt ohne Umweg über das Parteiklokal zur Landesregierung. Nach seiner Stimmabgabe wollte er sich ein Nickerchen zur Entspannung gönnen. Das Parteilokal lichtet sich. Jannach harrt aus, gemeinsam mit einem Grüppchen von Bezirks-Funktionären und Wahlhelfern. Die Aussichten könnten düsterer nicht sein: Ohne Landtagsmandat gibt es weder Infrastruktur noch Parteienförderung. Das Geld, das man hatte, ist in einen aufwändigen Wahlkampf geflossen."Auf uns kommt viel Arbeit zu", sagt Jannach. "Jetzt habe ich zwei Baustellen: Eine in Wien und eine in Kärnten." Spricht so der neue Parteichef? Schulterzucken. Er werde sich nicht aufdrängen, betont Jannach. Verweigern würde er sich aber nicht.

    Keine Wiedervereinigung Eines jedenfalls stellt Jannach klar: Eine Fusion mit dem BZÖ komme für ihn nicht infrage. "2005 bin ich bewusst bei der FPÖ geblieben. Daran hat sich nichts geändert." Die blaue Kornblume mag geschrumpft sein, geknickt ist sie nicht. Das zeigt sich auch beim Live-Einstieg des ORF um 17 Uhr. Ein überglücklicher Gerhard Dörfler sagt, dass er gemeinsam mit den Grünen (die zu diesem Zeitpunkt bei knapp fünf Prozent halten) die Mehrheit hätte. "Ha!" zischt ein Funktionär empört. So etwas wäre einem echten Blauen nicht über die Lippen gekommen.

    WOLFGANG RÖSSLER

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