Bezirks- und Gemeindesuche
SPÖ sackte auf historischen Tiefstand ab
Fassungslosigkeit dominierte in der SPÖ-Parteizentrale. Reinhart Rohr fuhr das schlechteste Wahlergebnis in der SPÖ-Geschichte ein. An Konsequenzen denkt er allerdings nicht.

Foto © APRohr denkt nicht an Konsequenzen
Gut geschlafen hat Reinhart Rohr in der Nacht vor der Wahl. Denn um 23 Uhr hat er noch mit einem Meinungsforscher telefoniert, der ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem BZÖ prognostiziert und die SPÖ auf der Überholspur gesehen hat. Mit dem guten Schlaf ist es jetzt wohl vorbei.
Hohe Verluste. Die Kärntner SPÖ ist am Sonntag mit dem Minus von knapp zehn Prozent auf 28,6 Prozent und damit das schlechteste Ergebnis in der Parteigeschichte abgesackt. Das bedeutet fast eine Halbierung gegenüber den SPÖ-absoluten Zeiten vor 30 Jahren. Entsprechend sprach- und fassungslos waren die Roten. So leer und so ruhig war es im Sitzungszimmer der SPÖ-Zentrale, dort wo die eintrudelnden Landtagswahl-Ergebnisse von Parteimitarbeitern groß an die Wand projiziert werden, noch bei keiner anderen Wahl. Ein paar Parteimitarbeiter und Sekretäre, etliche Journalisten aber kein einziger Funktionär waren dabei, als kurz nach 14 Uhr das erste Ergebnis von Greifenburg eintraf. Minus neun Prozent für die SPÖ. Das saß.
Trendgemeinde. Die erste Gemeinde wurde quasi zur Trendgemeinde, doch über Stunden hielt sich die Hoffnung, "dass die roten Städte das Ergebnis abschwächen werden". Es blieb bei der Hoffnung. Irschen minus 13,5, Dellach Drau minus 7,6, Feistritz/Gail minus 12,8, es ging weiter steil bergab. Ein Bundesländer-Journalist kommentierte via Handy Richtung Wien: "Die Orangen toppen noch das Ergebnis von 2004 von Jörg Haider. Unvorstellbar. Die Roten stürzen komplett ab. Wahnsinn. Und die Meinungsforscher kannst alle vergessen."





