Bezirks- und Gemeindesuche
Klagenfurt - eine Stadt sucht Wärme
Nach dem Aus für das Gaskraftwerk schreibt die Energie Klagenfurt die Wärmeversorgung für die Stadt EU-weit aus. Es geht um rund 126 Millionen Euro.

Foto © KLZ/BauerSpätestens 2015 soll das bestehende Fernheizwerk in Klagenfurt stillgelegt werden
Das Klagenfurter Gasdampfkraftwerk (GDK) ist seit der negativen Stellungnahme des Umweltsenates im April Geschichte. Nun kommt die Suche nach Alternativen auf Touren: Die Energie Klagenfurt (EKG) - sie gehört den Stadtwerken (51 Prozent) und dem Verbund (49 Prozent) - wird die Wärmeversorgung für die Landeshauptstadt in der EU ausschreiben. "In den nächsten 14 Tagen geht die Ausschreibung raus", sagt Stadtwerke-Vorstandsdirektor Romed Karré. Am Donnerstag wurde die Vorstufe, die Kundmachung dieses Vorhabens, veröffentlicht.
Der Auftrag ist eines der größten Energiegeschäfte Kärntens der vergangenen Jahre: Es geht um rund 126 Millionen Euro. Gesucht wird ein Unternehmen, das bis zu 30.000 Haushalte mindestens 15 Jahre lang mit Wärme versorgen kann. Dazu sind pro Jahr etwa 73 Millionen Watt Leistung nötig. Ausgeschrieben wird nach dem Bestbieterprinzip. Der Preis wird laut Karré zwar eine "wichtige Rolle" spielen, aber nicht die einzige. "Der Billigste nützt uns nichts, wenn er dann nach einem Jahr nicht mehr liefern kann", sagt Karré. "Wir brauchen Versorgungssicherheit, daher die 15-jährige Vertragsdauer. Für alle Kunden bleibt die EKG Vertragspartner. "Wir haben einen Versorgungsauftrag, dem wir natürlich weiter nachkommen. Wir kaufen Wärme zu", sagt Karré.
Sein Zeitplan ist straff: Bis Oktober will der Stadtwerke-Direktor "alle wesentlichen Angebote" vorliegen haben, bis Weihnachten wird der Auftrag vergeben, bis Jahresende der Vertrag unterschrieben. Danach beginnen die Behördenverfahren: Stadt und Land müssen die Projekte begutachten und genehmigen. Welcher Art diese sein werden, ist noch offen: Möglich ist die Versorgung mittels Biomasse - hier rechnet Karré mit ein bis zwei Werken zusätzlich zum bestehenden - oder mittels einer Strom-Biomasse-Kombination. Ein Interessent steht, wie berichtet, mit der RZ-Gruppe des Holzindustriellen und WAC-Präsidenten Dietmar Riegler bereits fest.
In der Heizsaison 2015/2016 sollen die neuen Anlagen dann das veraltete Klagenfurter Fernheizwerk ersetzen.
Features
Die Ausschreibung
Leistung. 73 Megawatt Leistung und 280 Gigawattstunden Einspeismenge pro Jahr.
Kunden. Die Energie Klagenfurt versorgt 23.700 Haushalte mit Fernwärme. Im Jahr 2005 waren es "nur" 16.500. Mittelfristiges Ziel sind 30.000 Haushalte.
Vertrag. Der Liefervertrag mit dem künftigen Wärmelieferanten soll 2015 beginnen und mindestens 15 Jahre laufen.



















