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Klagenfurt schreibt Biomasse-Kraftwerke europaweit aus Poker um den "Plan B" hat begonnen Voriger Artikel Gasdampfkraftwerk: 14/20 Nächster Artikel "Nebelbelastung in Klagenfurt wäre unzumutbar" Grüner Aktionismus für Energiewende
Zuletzt aktualisiert: 17.04.2012 um 13:35 UhrKommentare

Abfuhr für die Nebelmaschine

Nach dem Aus für das geplante Gasdampfkraftwerk (GDK) in Klagenfurt hat nun der Poker um "Plan B" begonnen: Mittwochabend sollen nun von Stadt und Stadtwerke zwei umsetzbare Varianten präsentiert werden.

Fast 14 Millionen Euro wurden ins GDK investiert. Es sollte ab 2015 Klagenfurt mit Fernwärme versorgen und 40 Prozent des in Kärnten benötigten Stroms liefern

Foto © Montage HacklFast 14 Millionen Euro wurden ins GDK investiert. Es sollte ab 2015 Klagenfurt mit Fernwärme versorgen und 40 Prozent des in Kärnten benötigten Stroms liefern

Das mehr als sechsjährige Leiden hat ein Ende! Kärntens größtes Bauvorhaben wird nicht verwirklicht - nicht in der jetzigen Form. Der Umweltsenat in Wien hat dem geplanten Gasdampfkraftwerk (GDK) in Klagenfurt die Rote Karte gezeigt. "Der Antrag der Projektwerberin auf Erteilung der Genehmigung für das gegenständliche Vorhaben musste abgewiesen werden", heißt es im Bescheid.

Das GDK, so der Umweltsenat, könne zusätzliche Nebelbildung bewirken und damit die Zahl der Hochnebeltage in der Umgebung des Kraftwerkes erhöhen. Je nach Niederschlagssituation könnte es um bis zu 20 Prozent mehr Nebeltage geben. Im Bescheid heißt es: "Eine medizinische Auswirkung (...) ist zwar nicht feststellbar, die Veränderung der örtlichen Verhältnisse durch die festgestellte zusätzliche Nebelbelastung überschreitet aber doch ein Ausmaß, das weder im Rahmen ortsüblicher Schwankungsbreiten noch den Nachbarn zumutbar wäre." Es gebe technische Möglichkeiten (schwadenfreie Kühltürme), die Nebelbildung zu verringern, diese würden "aber eine vollständige Projektneubeurteilung" erfordern. Andere Kriterien, wie die "Störung" des Landschafts- und Ortsbildes durch das GDK, waren für den abweisenden Bescheid des Umweltsenates nicht ausschlaggebend.

Ob das 330 Millionen Euro teure Projekt von Verbund AG und Stadtwerken - das GDK sollte Fernwärme für Klagenfurt liefern und rund 40 Prozent des Stromverbrauchs in Kärnten abdecken - wirklich "gestorben" ist, steht noch nicht fest. "Jetzt prüfen unsere Experten den Bescheid", sagt Verbund-Sprecher Robert Zechner. Die Stadtwerke werden laut Vorstandsdirektor Romed Karré fristgerecht entscheiden, ob der Bescheid beeinsprucht wird. Wenngleich das GDK-Ende angesichts der Aussagen der vergangenen Tage als fix gilt, bleibt Karré vorsichtig. Wenn die erste Instanz (das Land) einen positiven Bescheid erlässt und die zweite diesen aufhebt, könnte man wissen wollen, was die dritte Instanz (Höchstgericht) davon hält, so Karré. Die Planungen zu GDK-Alternativen werden dennoch intensiviert und vorangetrieben.

Die Alternativen: Biomasse oder Gas

Wir haben 13 Alternativprojekte prüfen lassen, aus diesen werden wir die zwei besten auswählen", sagt Romed Karré. Für den Stadtwerke-Vorstandsdirektor kommen "zwei Richtungen" infrage: Biomasse oder Gas. Entscheidet man sich für die Versorgung auf Basis von Biomasse, sei das Werk in Wien-Simmering ein Richtwert, so Karré. Dieses hat knapp 58 Millionen Euro gekostet und liefert Fernwärme für 12.000 sowie Strom für 48.000 Haushalte. "Etwa drei solcher Anlagen würde Klagenfurt brauchen."

Wer die bezahlen wird, steht in den Sternen, Stadtwerke und Stadt sicher nicht. "Aber ich gehe davon aus, dass es genügend Interessenten gibt, die bereit sind, in Biomasse zu investieren", sagt Karré.


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