Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
20. Juni 2013 03:20 Uhr | Als Startseite
Neu registrieren

Bezirks- und Gemeindesuche

Das GDK dampft nun vor Gericht Abfuhr für die Nebelmaschine Voriger Artikel Gasdampfkraftwerk: 16/20 Nächster Artikel Gasdampfkraftwerk wird zum Millionengrab GDK: Scheider will Alternativen sehen
Zuletzt aktualisiert: 16.04.2012 um 14:05 Uhr

"Nebelbelastung in Klagenfurt wäre unzumutbar"

Das geplante Gasdampfkraftwerk an der Grenze zwischen Klagenfurt und Ebenthal ist Geschichte. Der Umweltsenat lehnte das Projekt ab, weil die Nebelbelastung im Klagenfurter Becken unzumutbar wäre.

Foto © Weichselbraun

Der Bundesumweltsenat hat die Genehmigung für die Errichtung eines Gas-Dampfkraftwerkes im Osten von Klagenfurt abgelehnt. Er hat damit einer Beschwerde der Gemeinde Ebenthal bei Klagenfurt stattgegeben. Laut dem mit 10. April datierten Bescheid des Umweltsenats, der der Kleinen Zeitung vorliegt, wurde in der Bewilligung der Landesregierung die Unzumutbarkeit für die Anrainer zugunsten der "öffentlichen Interessen" verworfen, was laut Senat "nicht möglich" war. Die Beschwerden von Bürgerinitiativen und anderen Anrainern wurden mangels Parteienstellung abgewiesen.

Der Projektbetreiber, die Kraftwerkserrichtungs- und -betriebs GmbH (KEG), hat nun sechs Wochen Zeit, sich an den Verwaltungs- oder Verfassungsgerichtshof zu wenden. Die KEG, die zu 51 Prozent den Klagenfurter Stadtwerken und zu 49 Prozent der Verbundgesellschaft gehört, wollte ja um rund 330 Mio. Euro im Osten Klagenfurts ein Kraftwerk errichten, das 400 Megawatt Strom und 200 MW Fernwärme liefern soll.

Nach dem Nein des Bundesumweltsenates zur Genehmigung des Großkraftwerkes in Ostklagenfurt ist vorerst völlig offen, wie es in der Causa weitergeht. Bei der Energie Klagenfurt, dem Gemeinschaftsunternehmen von Verbund und Stadtwerken, konnte man am Montag noch nicht sagen, ob man gegen die Entscheidung den Gang zum Höchstgericht antreten wird. Man habe den Bescheid gerade erst erhalten und müsse die Frage eines Einspruchs bzw. dessen Erfolgsaussichten erst abklären, hieß es auf APA-Anfrage.

Spekulationen

Im Vorfeld der Entscheidung hatte es zahlreiche Spekulationen gegeben, etwa dass das Projekt mit seinem 125 Meter hohen Schornstein wegen Bedenken in Ortsbildfragen abgelehnt werden würde. Letztlich entscheidend waren aber "unzumutbare Belästigungen in der Wohn- und Lebensqualität", vor allem durch das zu erwartende Ansteigen der Nebeltage in dem vor allem im Winterhalbjahr ohnehin durch Inversionswetterlagen diesbezüglich benachteiligten Gebiet ausschlaggebend.

Beim Verfahren in erster Instanz hatte die Behörde die Qualität des Gutachtens, welches eine Zunahme der Hochnebeltage von 14 bis 20 Prozent - je nach Niederschlagssituation - in Zweifel gezogen. Der Umweltsenat gab ein Ergänzungsgutachten in Auftrag, bei dem die Zunahme nach einem anderen Rechenmodell bewertet wurde. Das Ergebnis: Die Zunahme wäre prozentuell zwar etwas niedriger, aber ebenso vorhanden. Im Bescheid heißt es dazu: "Eine medizinische Auswirkung auf einen durchschnittlichen, normal empfindenden Erwachsenen (...) ist zwar nicht feststellbar, die Veränderung der örtlichen Verhältnisse durch die festgestellte zusätzliche Nebelbelastung überschreitet aber doch ein Ausmaß, das weder im Rahmen ortsüblicher Schwankungsbreiten noch den Nachbarn zumutbar wäre."

Die Stadt Klagenfurt hat durch die Entscheidung des Umweltsenates nun ein ernsthaftes Problem. Sie muss 2015 das derzeitige Fernheizwerk endgültig abschalten und braucht Alternativen zur Erzeugung der Fernwärme. Insgesamt seien ursprünglich 13 Varianten ausgearbeitet worden, auf die man bei einem Scheitern des Großprojekts zurückgreifen könne. Denkbar wären etwa dezentrale Blockheizkraftwerke, die mit Biomasse betrieben werden, Stadtwerke-Vorstand Romed Karre hatte zuletzt auch die Variante eines kleineren Gaskraftwerkes ins Spiel gebracht. Dieses müsste allerdings ein völlig neues Bewilligungsverfahren durchlaufen, wobei fraglich ist, ob der Zeitrahmen bis 2015 für Genehmigung, Bau und Inbetriebnahme ausreicht.

Offen ist derzeit auch noch, wie der Verbund auf die neue Situation reagieren wird. Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber hatte in der jüngsten Vergangenheit mehrmals die Wirtschaftlichkeit des Projekts bezweifelt. Bei den derzeitigen Gaspreisen würde sich das GDK Klagenfurt jedenfalls nicht rechnen. Beim Verbund wollte man die Angelegenheit vorerst nicht kommentieren, ein Sprecher verwies darauf, dass es sich um ein Projekt der Energie Klagenfurt GmbH (EKG) handle, an der man beteiligt sei.

Für Grüne historischer Meilenstein

Für Frank Frey ist der negative Bescheid für das Gasdampfkraftwerk Klagenfurt ein geradezu historischer Meilenstein für die Politik in Kärnten: "Als erstes und vor allem gratuliere ich den vielen Menschen die sich in Form von Bürgerinitiativen gegen dieses Projekt engagiert haben. Ich freue mich, dass wir sie bei ihrem Kampf unterstützen konnten." Der Bescheid sei ein Signal an alle Politiker, dass die Zeiten des Drüberfahrens und des Täuschens der Bevölkerung vorbei sind und ein Sieg für den Rechtsstaat und für die Demokratie im Land, so der Grüne.


Fakten

85 Prozent des in der Stadt Klagenfurt benötigten Stromes muss importiert werden. Das Gasdampfkraftwerk, so die Argumentation der Stadtwerke, solle auch diese Abhängigkeit minimieren.

13 Alternativprojekte zum Gasdampfkraftwerk haben die Stadtwerke prüfen lassen. Entscheidend waren drei Kriterien: Umweltverträglichkeit, Wirtschaftlichkeit und Genehmigungsfähigkeit.

2,5 Jahre darf das Fernheizwerk in der Stadt Klagenfurt noch in Betrieb sein. Ende 2015, die Anlage ist dann 66 Jahre alt, muss die Dreckschleuder endgültig stillgelegt oder völlig erneuert werden.

Die Chronologie

Lesen Sie hier die Chronologie der vergangenen Jahre, die nun laufend aktualisiert wird.

KLEINE.tv

Sportwagenwoche: Kinderträume wurden wahr

15 Jahre Sportwagenwoche am Wörthersee bedeutet auch 15 Jahre Sportwagen...Noch nicht bewertet

Bilder aus Kärnten

Pyramidenkogelturm offiziell eröffnet 

Pyramidenkogelturm offiziell eröffnet

 




Köstliches Kärnten 2013

Hier finden Sie eine Übersicht über alle von der "Kleinen Zeitung" präsentierten Kulinarik-Veranstaltungen in Kärnten! Inklusive Kulinarikpass.

 

Spendenaktion

KLZ/Susanne Hassler

Wenn auch Sie für "Kärntner in Not" spenden wollen:

Spendenkonto: 100 337 401

BLZ: 17.000

"Kärntner Wörterbüchl"

Kleine Zeitung

Der Wortschatz der Kärntner Mundart ist groß und vielfach in Vergessenheit geraten. Hier finden Sie Beispiele und Videos zur Kärntner Mundart.

 

Trachten in Kärnten und Osttirol

KLZ/Josef Emhofer, KLZ/Michaela Ruggenthaler

Ein buntes Nebeneinander von schönen Festtrachten, moderne Designerdirndln und kitschiger Diskontware prägt heute das Bild unserer Trachtenlandschaft. Wir bringen echte Trachten vor den Vorhang.

Die Wölfe heulen im Netz

APA

Videos, Fotos, Hintergründe zum WAC und die aktuellen Spielberichte. Mit der Kleinen DIGITAL sind Sie am Ball!

Jobs auf kleinezeitung.at/karriere

Alle Bezirke im Überblick

 

Kärntner des Tages

Ein Mann sieht rot
Kennen Sie auch jemanden, der Besonderes leistet? Dann schreiben Sie uns!

Newsletter bestellen

Neues auf unseren Seiten, Nachrichten und Events per E-Mail!

 

Babys aus Kärnten

Hochzeiten / Jubiläen

Leserfotos aus Kärnten

Treten Sie mit uns in Kontakt!

 
 
Sie haben auch eine Meldung? Werden Sie Leser-Reporter und schicken Sie uns Ihre Texte!
 

Wallpaper

 

Todesanzeigen

Todesanzeigen aller Bezirke in Kärnten.

Events

Sie kennen ein tolles Event? Empfehlen Sie es uns!

Verkehrsmeldungen

Foto: ÖAMTC
 


Seitenübersicht

Zum Seitenanfang