Bezirks- und Gemeindesuche
Gutachter im Kreuzfeuer der Kritik
Gegner des geplanten Gasdampfkraftwerks in Ebenthal üben erneut Kritik an Umweltgutachter. Einwendungen gingen an die Landesregierung.

Foto © WeichselbraunDie Erörterung der Umweltverträglichkeitsprüfung war im April.
Vielleicht ist es der letzte Versuch der Kraftwerksgegner noch etwas gegen das geplante Gasdampfkraftwerk (GDK) in Klagenfurt zu erreichen. "Vielleicht sind es aber gerade diese Einwendungen, die das Projekt zum Scheitern bringen", so Maximilian Felsberger, Sprecher der Bürgerinitiativen.
Denn in einer Einwendung zur öffentlichen Erörterung der Umweltverträglichkeitsprüfung werden massive Missstände im Gutachten aufgezeigt. Einmal mehr im Kreuzfeuer der Kritik: Umweltmediziner Manfred Neuberger. Die Sorge, dass zusätzliche Nebeltage die Gesundheit der betroffenen Bevölkerung beeinträchtigen würden, lässt er in seinem Gutachten beiseite. "Wer an der Sattnitz wohnt, ist das gewöhnt, da werden ein paar Nebeltage mehr überhaupt nicht auffallen." Abgesehen vom "Zynismus" stoßen sich die Gegner vor allem daran, dass Neuberger hartnäckig die Berechnungsergebnisse des Fachgutachtens Luft-Immisionen ignoriert. Neuberger war für die Kleine Zeitung nicht erreichbar.
In einem Gegengutachten - finanziert von der Goess Kulturgüter Privatstiftung - stellt sich Siegfried Kasper, Leiter der Psychiatrischen Abteilung an der Medizinischen Universität Wien, klar gegen die von Neuberger behauptete Unbedenklichkeit. "Durch den Hochnebel sei mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die psychische und physische Gesundheit der Bevölkerung erheblich in Mitleidenschaft gezogen wird", schreibt Kasper in seinem Gutachten.
Gestern wurden die Einwendungen an die Landesregierung -die nun am Zug ist - übermittelt.
Features
GASDAMPFKRAFTWERK
Investitionsvolumen. War 2009 noch mit 250 Millionen Euro beziffert, wird nun aber auf 300 bis 350 Millionen Euro geschätzt.
Leistung. Strom etwa 400 Megawatt, Fernwärme 200 Megawatt.
Erzeugungskapazität. 2,4 Milliarden Kilowattstunden. Das sind im Jahr 2015 laut Schätzungen etwa 40 Prozent des Stromverbrauches von Kärnten oder der Bedarf von 240.000 Haushalten.



















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