Bezirks- und Gemeindesuche
Von Pleiten, Erfolgen und Pannen
Gemeinderatswahlen, Konkursmeldungen und Neueröffnungen, rauschende Feste, heftigen Diskussionen und Hochzeiten bis hin zu "kunterbunten" Hinguckern - ein Rückblick.

Foto © Weichselbraun300 Fragen zum Kraftwerk
Gewinner, Verlierer: Das erste Jahresdrittel 2009 war in Klagenfurt und den umliegenden Gemeinden stark vom Gemeinderatswahlkampf geprägt. Deutliche Verlierer und Gewinner hat es in der Landeshauptstadt gegeben. Titelverteidiger, Bürgermeister Harald Scheucher (ÖVP), musste schon in der ersten Wahlrunde eine herbe Niederlage einstecken, während Christian Scheider (damals BZÖ, heute FPK) und Maria-Luise Mathiaschitz (SPÖ) in der Bürgermeister-Stichwahl gegeneinander antraten. Scheider setzte sich schließlich mit klarem Stimmenvorsprung durch. Scheider und Mathiaschitz trafen ein Arbeitsübereinkommen. Die neue Stadtregierung wurde am 8. April angelobt.
Öffnen und schließen
Das Krisenjahr machte sich auch in Klagenfurt bemerkbar, mehrmals pro Woche wurden Konkursmeldungen in den Bezirken Klagenfurt Stadt und Land veröffentlicht. Dennoch gibt es auch Positives aus der Klagenfurter Wirtschaft zu verkünden. Das "Sorgenkind" Bahnhofstraße blühte 2009 regelrecht auf. Nur noch wenige Geschäftsflächen stehen nun in der "Einkaufsmeile" leer. Außerdem machten die zwei Studenten Barbara Steiner und Christoph Abel mit ihrem "Diplomstudio" und mit Ideen für die Bahnhofstraße auf sich aufmerksam. Zu den Neueröffnungen zählen auch das Lindner Seeparkhotel, der zweite Klagenfurt Sozialmarkt oder das Haus der Volkskultur.
Feste gefeiert
Feste muss man feiern, wie sie fallen - sagt der Volksmund. Gelegenheit dazu bot sich gerade im Sommer an fast jedem Wochenende. Im Juli schipperte das Schraubendampfschiff "Thalia" zum 100. Geburtstag über den Wörthersee. Ebenfalls zum 100. Mal jährte sich das Bestehen des öffentlichen Personennahverkehrs in Klagenfurt. Ein Höhepunkt war auch 2009 wieder der Altstadtzauber der Stadtrichter zu Clagenfurth. Seit 15 Jahren ist das Fest aus der Landeshauptstadt nicht mehr wegzudenken. Aber nicht nur traditionelle Veranstaltungen luden zum Feiern ein. Im November feierte das Honky-Tonk-Livemusikfestival in Klagenfurt Premiere.
Fragen zu Kraftwerk
Seit Jahren will die "Energie Klagenfurt" ein Gasdampfkraftwerk errichten. Mitte Juni kam es zur mündlichen Verhandlung der Umweltverträglichkeitsprüfung. Vor allem die Bürgerinitiativen nutzten die Chance, um ihre Zweifel und Fragen zu deponieren. Allein das Protokoll der einwöchigen Verhandlung umfasst rund 800 Seiten. Insgesamt wurden 300 Fragen von der zuständigen Abteilung des Landes zur Beantwortung an die 26 Teilgutachter weitergeleitet. Diese brauchen für die Beantwortung nun mehr Zeit, als ursprünglich angenommen. Daher wird voraussichtlich erst im Frühjahr 2010 der Landesregierung der Bescheid zur Beschlussfassung vorgelegt.
Vom "Ja"-Sagen
Beruflich sagte Susanne Gerlitz-Stissen Anfang des Jahres "Ja" zu Klagenfurt. Sie wurde von der Stadt als neue Chefin des Klagenfurter Stadtmarketings angestellt. Ein "Ja" von der Stadt gab es Ende des Jahres für Gebührenerhöhungen beziehungsweise Indexanpassungen, die auf die Klagenfurter ab 1. Jänner zukommen. Denn mit einem klaren "Ja" musste 2009 leider auch die Frage beantwortet werden: Ist die Stadtkasse leer? Ein romantisches und dennoch öffentliches "Ja" sagte Bürgermeister Christian Scheider. Er traute sich im September mit seiner Martina auf das Standesamt -ganz Klagenfurt war zur Hochzeitsfeier geladen und durfte am Glück der beiden teilhaben.
Kreuzbergl sah blau
Ende April staunten die Bewohner des Klagenfurter Kreuzbergls nicht schlecht, denn inmitten des Villenviertels stand plötzlich ein Haus, das innen und außen zur Gänze (ausgenommen Fenster) in Blau gestrichen war. Vollbracht hatte das ein Maler, der innerhalb von drei Tagen das Haus mit 18 Kübeln zu je 15 Liter Farbe anstrich. Das war eine Idee des Grazer Architekten Peter Kaschnig. Seine Begründung: "Meine Intuition war es, zu sehen, wie sich die Raumwahrnehmung durch Monochromie verändert." Trotz vieler Schaulustiger war das blaue Haus jedoch nicht von Dauer. Anfang Mai wurde das "blaue Kunstwerk" in der Henselstraße abgerissen.



















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