Bezirks- und Gemeindesuche
Michael Junghans: "Ich gehe mit einem guten Gefühl"
Vorstand Michael Junghans verlässt nach vier Jahren die Stadtwerke Klagenfurt. Im Interview spricht er über seinen Abschied, Altlasten, (Miss-)Erfolge und Einmischungen der Politik.

Foto © KLZ/Weichselbraun
Sie verlassen die Klagenfurter Stadtwerke mit Ende September. Wie geht es Ihnen mit diesem Gedanken?
MICHAEL JUNGHANS: Ich bin immer unter Strom, wenn man das so sagen kann - und gebe bis Ende September wie gewohnt 120 Prozent für die Stadtwerke.
Nach vier Jahren Stadtwerke - was waren Ihre Erfolge?
JUNGHANS: Wir haben einiges vorangetrieben. Es war wichtig, die Stadtwerke kundennäher zu machen. Wir haben mit vielen Projekten die Weichen für die Zukunft gestellt. Die Partnerschaft mit dem Verbund ist sehr wichtig. Einzelne Unternehmensteile wie die Bestattung Kärnten und die Wörthersee Schifffahrt sind gut aufgestellt und wettbewerbsfähig. Es gab personelle Umschichtungen, aber keine betrieblich begründete Kündigung.
Was waren Misserfolge?
JUNGHANS: Wir, Romed Karré und ich, haben uns vor vier Jahren als Führungskräfte hohe Ziele gesteckt. Man kann nicht alle in einem Schritt erreichen. Zum Beispiel für das Gasdampfkraftwerk braucht es mehr Schritte, um zum Ziel zu gelangen. Gut Ding braucht eben Weile.
War es schwierig, ein Unternehmen wirtschaftlich zu führen, wenn sich der Eigentümer, in diesem Fall die Stadtpolitik, oft öffentlich einmischt?
JUNGHANS: Es gibt in jedem Unternehmen Eigentümer, die ihre Interessen einbringen möchten. In Klagenfurt hat die Zusammenarbeit immer gut funktioniert.
Im Juni hieß es, die Stadtwerke wären bald zahlungsunfähig, wie sieht es wirklich aus?
JUNGHANS: Das Unternehmen ist gut aufgestellt, aber es gibt viele Altlasten, die noch abgearbeitet werden müssen.
Das heißt, Sie verlassen kein sinkendes Schiff?
JUNGHANS: Überhaupt nicht. Ich gehe mit einem guten Gefühl. Ich bekam ein Angebot, zu dem ich nicht Nein sagen konnte und ich freue mich auf die Herausforderung bei B&C Industrieholding.
Sie arbeiten ab 1. Oktober wieder in Wien, bleibt der Lebensmittelpunkt in Kärnten?
JUNGHANS: Ich verzichte auf einen Teil der Lebensqualität in Kärnten. Meine Familie bleibt aber in Pörtschach und ich werde zum Wochenpendler.
Features
Zur Person
Michael Junghans. Wurde am 6. Juli 1967 in Wien geboren. Junghans ist verheiratet, hat zwei Kinder. Wohnsitze in Pörtschach und Wien.
Karriere. Der Betriebs- und Rechtswissenschaftler ist seit Juli 2005 Vorstands-Direktor der Stadtwerke Klagenfurt, Geschäftsführer der Energie Klagenfurt GmbH und der KEG.



















-Anzeigen

