Bezirks- und Gemeindesuche
Glaubwürdig bleiben: 500 Jahre protestantisches Abenteuer
Von 7. Mai bis 31. Oktober 2011 lädt Fresach zu einer faszinierenden Zeitreise ein. Das Leben der Evangelischen in Kärnten mit seiner Bedeutung für die Entwicklung des Landes und seinen Auswirkungen bis in die Gegenwart steht im Zentrum der Ausstellung. Wertvolle Ausstellungsstücke und Einblicke in das Leben der Evangelischen Kirche von heute machen es den Besuchern möglich in einen Dialog mit der Geschichte zu treten.

Foto © Kleine Zeitung/Helmuth WeichselbraunAnfang April 2010 wurde in Fresach mit den Bauarbeiten für die Ausstellung begonnen
In Fresach erwartet Sie eine neue Art der Ausstellungsführung. Mehr als hundert Jugendliche aus ganz Kärnten werden zu Kulturvermittlern ausgebildet. Zu zweit begleiten sie die Besucher im Dialog durch die Ausstellung und lassen die Geschichten der Exponate und ihre Beziehung zur Gegenwart lebendig werden. Sie sind neugierig auf Ihre Fragen und bereit zum Gespräch.
Heutige Fragen an historische Ereignisse
Wer und was ist für mich glaubwürdig? Was haben Menschen damals für ihren Glauben getan – und was sind wir heute bereit, für unsere Überzeugung zu tun? Wie kann es uns gelingen, selbst glaubwürdig zu bleiben und in der Geschichte Ermutigung und Verbündete zu finden? Auch das neue Ausstellungsgebäude, ein architektonisches Meisterwerk und Kontrast zum Toleranzbethaus von 1785, lässt Verbindungen und Spannungen zwischen Geschichte und Gegenwart sichtbar werden.
Lebendige Tradition aktiv erleben
Ein Flugblatt drucken wie in der Reformationszeit? Die Druckerpresse steht bereit! Das einzigartige Bethaus als Begegnungs- und Andachtsraum erleben oder nach der Ausstellung auf dem "Weg des Buches" den Spuren der Bibelschmuggler folgen? Es gibt unzählige Möglichkeiten das protestantische Abenteuer zu erleben. Für Familien: entdecken Sie mit Ihren Kindern den Kinderpfad durch die Ausstellung.
In vier Ausstellungsschwerpunkten werden 500 Jahre Abenteuer lebendig
Semper Reformanda
"Die Kirche ist immer wieder
reformbedürftig – ecclesia
semper reformanda". Das ist
eine Grundüberzeugung der
Evangelischen.
Die dynamische Verbreitung
der Reformation in Kärnten
(1517 – 1600) wird mit ihrer
religiösen, politischen, sozialen
und kulturellen Bedeutung für
Kärnten dargestellt und führt
zur Frage, in welchen Bereichen
Kirche und Gesellschaft
auch heute Reformen nötig
haben.
Anpassung
oder Widerstand
In der Zeit von Gegenreformation
und Geheimprotestantismus
(1600 – 1781) mussten
Menschen, die sich den reformatorischen
Ideen angeschlossen
hatten, auf Zurückdrängung,
Unterdrückung und
Verfolgung reagieren. Rückkehr
zum katholischen Bekenntnis,
Emigration, Geheimprotestantismus,
offener Widerstand –
diese Alternativen stellten sich
damals. Welche bieten sich den
Menschen heute, die wegen
ihres Glaubens oder ihrer Überzeugung
unter Druck geraten?
Toleranz und Dialog
Nach dem Toleranzpatent von
1781 waren die Evangelischen
in Österreich geduldet – Gemeinden
durften gegründet
werden, Schulen und Bethäuser
entstanden trotz strenger Auflagen.
Das Bethaus in Fresach,
eines der ersten und bis heute
unverändert erhalten, bildet das
Herzstück der Ausstellung.
Was kann Toleranz gegenüber
Andersdenkenden und Andersglaubenden
heute bedeuten und
zu welchem Umgang mit Menschen
kann sie führen?
Mehrheiten und
Minderheiten
1861 brachte das Protestantenpatent
die Gleichberechtigung.
Eine Minderheitskirche begann
sich zu entwickeln. Nationalismus
und Kriege führten zu
Krisen, machten Neuanfänge
notwendig. 1961 ermöglichte
das Protestantengesetz die
"freie Kirche im freien Staat".
Diakonie, kulturelles und politisches
Wirken sind Beispiele
für die Entwicklung in den
letzten 150 Jahren und führen
zu Fragen nach dem Miteinander
von Mehrheiten und
Minderheiten in der Zukunft.
















