EU-Projekt

Praktikanten aus ganz Europa kommen in die Region

Das „Erasmus plus Projekt“ der EU brachte vergangenes Jahr etwa 800 Schüler nach Kärnten. Die Kleine Zeitung besuchte einen Austauschschüler aus Litauen in Eberstein.

Laimonas Pra(s)mutas aus Litauen verbringt seinen Auslandsaufenthalt in Eberstein © (c) Mittinger
 

Am Bauernhof von Raphael Pliemitscher in Eberstein arbeitet nicht nur die Familie tatkräftig mit, sondern seit zwei Wochen auch Erasmus-Austauschschüler Laimonas Pra(s)mutas aus Litauen. Im Zuge des Erasmus plus-Programmes der EU, das von 2014 bis 2020 läuft, sind alleine im vergangenen Jahr durch Projektleiterin Aldona Biedermann insgesamt 800 Austauschschüler nach Kärnten gekommen, um ein Praktikum zu absolvieren. Für das Jahr 2015 hat sich Biedermann das Ziel gesetzt, 1000 Schülern einen solchen Austausch zu ermöglichen. Im Projektfokus stehen „neue Erfahrungen für sich und den Beruf zu sammeln“, so Biedermann. Deshalb arbeitet sie mit Berufsschulen aus vielen verschiedenen EU-Ländern zusammen. Am Hof von Familie Pliemitscher erledigt der Austauschschüler alle anfallenden Arbeiten im Bereich Land,- und Forstwirtschaft. „Mir gefällt es hier sehr gut“, sagt Pra(s)mutas, der noch weitere 14 Tage in Eberstein bleiben wird. Auch Pliemitscher ist sehr zufrieden mit dem Schüler: „Man merkt, dass er den Willen mitbringt, zu arbeiten.“ Für Pliemitscher ist es der erste Austauschschüler auf seinem Hof, aber er kann sich für die Zukunft auch vorstellen, weitere aufzunehmen.

Von dem Austausch erwartet sich Pliemitscher vor allem einen „kulturellen Austausch und dass Pra(s)mutas neue Arbeitsweisen kennenlernt.“ Ende März kommen schließlich die letzten Austauschgruppen für das Projektjahr nach Kärnten, welches von Juni 2014 bis März 2015 läuft. Die Schüler machen im Zuge des Programmes auch Exkursionen nach Klagenfurt, Salzburg oder Venedig und gehen zu traditionellen und kulturellen Veranstaltungen. Biedermann, die selbst aus Litauen stammt, ist sehr zufrieden: „Das Projekt läuft sehr gut. In den kommenden Jahren wollen wir den Fokus aber auch verstärkt darauf setzen, österreichischen Schülern einen Auslandsaufenthalt zu ermöglichen.“ Seit mittlerweile 15 Jahren hat Biedermann Erfahrung mit den Projekten und eine Vermittlungsagentur in St. Veit. „Wir finden für jeden Interessierten das passende Projekt, egal ob es sich dabei um einen Schüler, Erwachsenen oder einen Unternehmer handelt,“ erklärt Biedermann. „Durch das Projekt sind schon viele Freundschaften entstanden und manche Projektteilnehmer kommen so immer wieder nach Kärnten,“ so Mantas Viselga, Assistent des Projektes. In Kontakt bleiben die Projektteilnehmer auch durch soziale Netzwerke wie Facebook.

Gastronomie und Gärtnerei

Aber nicht nur im land- und forstwirtschaftlichen Bereich gibt es Austauschschüler, sondern auch in der Gastronomie und in Gärtnereien werden im Bezirk St. Veit und Feldkirchen Projektteilnehmer ausgebildet. Seit vielen Jahren nimmt das Hotel Prechtelhof in Althofen schon Austauschschüler auf, die dann die österreichische Gastronomie kennen lernen. Weitere Kooperationspartner sind unter anderem Hotel Zum Widitscher in Sirnitz sowie die Pension Rasch in Bodensdorf und die Gärtnerei Wedenig in Feldkirchen.

 

HINTERGRUND

Das Projekt. Das „Erasmus plus“ ist ein neues EU-Programm, in dem sämtliche von der EU finanzierten Programme im Bereich der
allgemeinen und beruflichen
Bildung zusammengefasst
werden Zeitraum. Es gilt für den Zeitraum von 2014 bis 2020
Teilnehmer. Bis zu fünf Millionen Menschen haben durch dieses Projekt schlussendlich die Möglichkeit, in einem anderen Land zu studieren, zu arbeiten oder aber auch eine eigene Ausbildung zu absolvieren
Vergangenes Jahr. Im Jahr 2014 standen Österreich 25,8 Millionen Euro zur Verfügung
Kärnten. Im vergangenen Jahr sind 800 Schüler nach Kärnten gekommen, um ein Praktikum zu absolvieren. Für das Jahr 2015 hat sich Projektleiterin Aldona Biedermann eine Schülerzahl von 1000 als Ziel vorgenommen

KERSTIN MITTINGER

Kommentieren

Bei der Erstellung von Kommentaren haben Nutzer rechtliche Bestimmungen (z. B. Privat-, Strafrecht), die Netiquette und Forenregeln einzuhalten. Was wir in diesem Forum nicht dulden: Beschimpfungen, Verspottungen, Belästigungen, Ehrbeleidigungen, Verhetzung, Diskriminierung in jedweder Form, Rassismus, Aufrufe zu Gewalt oder gar Selbstjustiz. Beiträge, die diesen Bestimmungen zuwiderlaufen, werden bei Kenntnis gelöscht, Nutzer im Wiederholungsfall gesperrt. Zudem behalten wir uns die stundenweise oder völlige Schließung von Foren vor. Wir weisen Sie darauf hin, dass wir auch keine Links zu anderen Websites akzeptieren.
Als Nutzer stimmen Sie der Speicherung der von Ihnen angegebenen Daten (Stamm-, Verkehrsdaten, etc.) ausdrücklich zu. Die angegebenen Daten werden an staatliche Stellen (z. B. Polizei, Gericht) bei Untersuchung von vom Nutzer verbreiteten Materialien, oder sonst vorgenommenen ungesetzlichen Aktivitäten, weitergegeben. Weiters werden angegebene Daten (Name und Adresse) an sonstige Dritte bei Verletzung von Rechten oder sofern deren Rechtsverletzung nachvollziehbar behauptet wird (zB gem. § 18 Abs. 4 ECG), weitergegeben. Mit der Erstellung von Kommentaren stimmen Sie dem ausdrücklich zu und verzichten auf die Geltendmachung von jeglichen Ansprüchen. Siehe dazu auch unsere Forenregeln/Betriebsbedingungen in den AGB.