Minusgrade lassen ihn kalt
Sommer wie Winter ist der Feldkirchner Straßenkehrer Herbert Grabner unterwegs. An Minusgrade wie derzeit hat er sich längst gewöhnt.

Foto © SchusserGrabner in Aktion: Mit seinem Wagen düst er durch Feldkirchen
Morgens, 8.30 Uhr, in der Tiebelstadt. Die Temperaturanzeige, die an der Außenfassade der Sparkasse angebracht ist, zeigt 13 Grad - minus wohlgemerkt. Gemächlich tuckert Herbert Grabner mit seinem Gefährt die 10.-Oktober-Straße hinauf. Grabner ist seit 23 Jahren als Straßenkehrer für die Stadtgemeinde tätig. Seinen Dienst verrichtet er bei jedem Wetter. An "stattliche" Minusgrade, wie derzeit, hat er sich bereits gewöhnt.
"Unsere Arbeit findet nun einmal im Freien statt. Man muss sich halt dick anziehen. Mehrere Schichten sind wichtig. Und natürlich ein gutes Schuhwerk", sagt Grabner, während er aussteigt, um den Inhalt eines Papierkorbes in eine Tonne auf der Ladefläche seines Fahrzeuges zu schütten. Bereits seit 6 Uhr in der Früh ist er unterwegs. Noch ein paar Minuten, dann wird er eine kurze Pause machen und sich bei einer Tasse Tee aufwärmen. Die derzeitigen Temperaturen sind für ihn nichts Besonderes. Jeweils drei Stunden am Stück ist er unterwegs, dann macht er eine Pause. "Drei Stunden lässt sich die Kälte schon aushalten", so Grabner, dessen Hände leicht zitternd auf dem Lenkrad liegen. Sein Geheimnis: "Immer in Bewegung bleiben." Und das fällt ihm keineswegs schwer. Steigt er doch pro Tag rund 100 Mal von seinem wenige Pferdestärken starken Gefährt, um seiner Arbeit nachzugehen.
Im Winterdienst
Dazu zählt vorwiegend, die Stadt sauber zu halten und die Papierkörbe auszuleeren. In der kalten Jahreszeit ist er aber auch im "Winterdienst": Er muss Brücken und Gassen, die für Schneepflug und Co. zu schmal sind, mit der Hand freischaufeln und Salz und Split streuen. "Alleine beim Schaufeln kommen pro Tag mehrere 100 Meter zusammen", so der 58-Jährige. Gemeinsam mit einem Kollegen teilt er sich das Stadtgebiet auf. Nur wenn Not am Mann ist, hilft ein weiterer Bauhof-Mitarbeiter aus. Das ist aber momentan nicht der Fall.
Grabner setzt die Runde in seinem Gefährt, das gut einen Meter breit ist und deshalb in jeder schmalen Gasse und auf jedem Gehsteig Platz hat, in Richtung Hauptplatz fort. Unterwegs grüßt er die Menschen auf den Gehsteigen und Fahrer von entgegenkommenden Fahrzeugen. Ab und zu wechselt er auch ein paar Worte. Wie mit einem Passanten auf dem Hauptplatz, der scherzhaft meint, dass Grabner derzeit keine Arbeit habe, weil man den Dreck unter dem Schnee eh nicht sehen würde. Grabner nimmt es mit Humor. "Wenn man so viel unterwegs ist, kennt man irgendwann einmal halb Feldkirchen", so Grabner, der allgemein als "immer freundlich und gut gelaunt" gilt. Um 12 Uhr gibt es für ihn die nächste Pause und somit die Möglichkeit, sich wieder etwas aufzuwärmen. Das macht er am liebsten bei seinen Kollegen im Bauhof. Gegen 12.30 Uhr geht es für den Feldkirchner, der Bäcker gelernt hat und den es beruflich somit - zumindest im Winter - von der Hitze in die Kälte verschlagen hat, wieder weiter.
Warme Stube
Er steigt in seinen Wagen und macht sich auf den Weg. Zwei Stunden hat er noch vor sich, dann beginnt für ihn der Feierabend. Bis dahin hat er aber noch einiges zu tun. Die letzten Papierkörbe auf seiner täglichen Tour müssen noch ausgeleert werden und auch das eine oder andere am Boden liegende Zigarettenpackerl verschwindet auf der Ladefläche seines Gefährtes. Gegen 14.30 Uhr lenkt er sein Fahrzeug in Richtung des alten Feldkirchner Bauhofes, wo es bis zum nächsten Morgen stehen bleibt. Zufrieden steigt Grabner aus und macht sich auf den Weg nach Hause, wo bereits ein Mittagessen und eine warme Stube auf ihn warten.








