Sicherheit ist Sache der Polizei
Landesrat Ragger plant einen privaten Wachdienst für alle Kärntner Städte. In Feldkirchen ist man mehrheitlich gegen diesen Vorstoß. Man finde, so der Tenor, mit der Polizei das Auslangen.
Vandalismus, Alkohol und Ausgehzeiten - diesen Problemen will Landesrat Christian Ragger in ganz Kärnten mit einem eigenen, privaten Wachdienst Herr werden (die Kleine Zeitung berichtete). In der Tiebelstadt stößt er mit diesem Plan auf wenig Gegenliebe. Die Polizei reiche zur Überwachung der Sicherheit völlig aus, lautet der Tenor von Behörde, Polizei und Politik.
Bürgermeister Robert Strießnig (SPÖ) befürchtet auch, dass es sich dabei einmal mehr um einen "medienwirksamen Hüftschuss" des Landes handelt, der in kürzester Zeit vom Land entweder eingestellt oder durch Gesetzesänderungen finanziell auf die Gemeinden übertragen wird. Strießnig: "Generell ist anzumerken, dass für Fragen der Sicherheit die Feldkirchner Polizei für uns ein verlässlicher Partner ist." Derselben Meinung ist Bezirkshauptmann Dietmar Stückler: "Ich halte den Einsatz eines privaten Sicherheitsdienstes nicht für notwendig, da die Polizei vorbildhaft agiert und alles im Griff hat." Und auch Bezirkspolizeikommandant Arnold Holzmann sieht seine Kollegen mit der Aufrechterhaltung der Sicherheit nicht überfordert. Dort wurde auch die Anzahl der Schwerpunktkontrollen von 2010 auf 2011 verdoppelt. Holzmann: "Zur Überwachung der Einhaltung der Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes benötigt der Bezirk Feldkirchen derzeit keine privaten Wachdienste."
"Situation besser geworden"
Und sogar Raggers Fraktionskollege, Vizebürgermeister Robert Schurian (FPK), scheint von der Notwendigkeit nicht vollends überzeugt. Und das, obwohl die FPK noch vor einem Jahr einen ähnlichen Antrag im Gemeinderat eingebracht hat: "Mittlerweile wurde das Problem eingedämmt. Die Polizei hat stärker kontrolliert und dadurch, dass die Diskothek weggefallen ist, ist die Situation besser geworden."
Übrigens: 2008 war, auf Initiative der Feldkirchner ÖVP, bereits ein privater Wachdienst in Feldkirchen im Einsatz. "Dieser war aber keine Konkurrenz zur Polizei, sondern war als Unterstützung für die Gastwirte gedacht, um eventuelle Probleme bereits im Keim zu ersticken", sagt ÖVP-Stadtrat Jürgen Mainhard, einer der damaligen Initiatoren der Aktion. Der Einsatz war aber schon nach zwei Monaten wieder beendet, weil, so Mainhard, der politische Rückhalt dafür gefehlt habe.








