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    Zuletzt aktualisiert: 23.01.2012 um 05:10 UhrKommentare

    Neustart für die Landesholding

    In seiner Kolumne "Chefetage" schreibt Adolf Winkler über Achill Rumpold, der Josef Martinz auch im Landesholding-Aufsichtsrat folgt. Experten wurden erwogen, die Politik behält Hand am Geld.

    Rumpold löst Martinz auch in Landesholding-Aufsichtsrat ab

    Foto © WeichselbraunRumpold löst Martinz auch in Landesholding-Aufsichtsrat ab

    Die Nachfolge von Josef Martinz als Landesrat war schnell und logisch entschieden: Achill Rumpold ist der neue Wirtschafts-, Tourismus-, Agrar-, EU- und Gemeindereferent der Landesregierung. Martinz trat aber auch als Aufsichtsratschef der Landesholding ab. Erster stellvertretender Vorsitzender ist Uwe Scheuch und zweiter Stellvertreter Kurt Scheuch , die beide mit Gerd Tilly für die FPK im Aufsichtsrat sitzen. Die ÖVP hatte bisher neben Martinz Ulrich Zafoschnig im Aufsichtsrat, der sitzt aber auf einem FPK-Mandat, das mit dem Milch-Pakt zugestanden wurde (die Aufsichtsräte sind wie in der Landesregierung nach Wahlstärke 4 FP : 2 SP : 1 VP verteilt). Für die SPÖ sind Reinhart Rohr und Oliver Stauber Aufsichtsräte.

    VP behält FPK-Mandat

    "Die ÖVP spricht zwar noch von Eiszeit, ich bin aber für Kontinuität und Zafoschnig macht eine gute Arbeit", lässt Uwe Scheuch durchblicken, dass die ÖVP das FPK-Mandat behalten wird und weiter zwei Aufsichtsräte stellt. Dass der Aufsichtsratsvorsitz wieder an die ÖVP geht, sei aber nicht automatisch vereinbart: "Das entscheidet und wählt der Aufsichtsrat." Für sich selbst schließt Scheuch den Aufsichtsratschef aus: "Ich strebe den Vorsitz im Landesholding-Aufsichtsrat langfristig nicht an."

    Neo-Landesrat Rumpold hat zunächst gezögert. Schließlich ist er mit der Fülle der Referate voll ausgelastet und die Landesholding eine aufwendige Zusatzaufgabe. Weil in der Landesholding nicht nur der Zukunftsfonds mit 500 Millionen Euro Kapitalstock verwaltet und dessen Zinsen verteilt werden, sondern auch Landesfirmen von KWF bis Kärnten Werbung gelenkt werden, ist der Aufsichtsratsvorsitz eine große Aufgabe.

    Am Wochenende entschied sich Neo-Landesrat Rumpold, selbst in den Aufsichtsrat zu gehen. "Die Landesholding steht in enger Verflechtung mit meinen Referaten. Ich will die Landesgesellschaften zu einer wirtschaftspolitischen Einheit zusammenführen und die vielen Doppelgleisigkeiten beseitigen", begründete er seine Entscheidung. Er habe "Signale von der FPK, dass die ÖVP den Aufsichtsratsvorsitz behält".

    Ruf nach Experten

    Die Tage zuvor hatte es eine Diskussion über eine Entpolitisierung der Landsholding gegeben. Grünen-Klubobmann Rolf Holub hat Experten als Aufsichtsräte gefordert. Ein Ruf, der lautstark auch aus Wirtschaftskreisen kam, wobei das Anforderungsprofil klar ist: Versiert im Umgang mit Politik und Landesfirmen und untadelige Expertise als erfolgreicher Wirtschafter. Die ÖVP hätte dafür eine Reihe von Kandidaten aufzubieten - vom politikerfahrenen Profi und Wohnbaumanager Klaus Wutte bis zur bundesweit gut vernetzten Hotelierin Andrea Unzeitig.

    Im Gespräch als überparteilich akzeptierter Aufsichtsrat war Industriellenpräsident Otmar Petschnig. FPK und SPÖ wären stark unter Druck geraten, statt der Politiker Scheuch I und II sowie Rohr, auch Wirtschaftsexperten ins Gremium zu senden. So aber behält die Politik das Ruder in der Landesholding und damit die Hand am Geld des Zukunftsfonds.

    Reform statt Blockade

    In jedem Fall braucht die Landesholding einen Neustart. Seit viel zu langer Zeit darbt sie blockiert im Hypo- und BayernLB-Konflikt, unter einer Gutachten-Flut zum Skandalhonorar Dietrich Birnbachers kaum noch manövriert von den juristisch angegriffenen Martinz und Scheuch. Rumpold ist das bewusst: "Die Landesfirmen unter dem Dach der Landesholding müssen noch viel straffer und effizienter geführt werden." Gespräche mit Landesrat Harald Dobernig seien angesagt.

    Auch Wirtschaftskammerpräsident Franz Pacher drängt auf weitere Straffung der Landesfirmen: "Man könnte sogar Holding und KWF aus einer Hand führen." Uwe Scheuch hält eine "neue Strategie für nötig. Erst nach der sollte man die Manager der Landesfirmen bestellen." Diese stehen alle vor ablaufenden Verträgen. Rumpold: "Ab Montag wird verhandelt."

    ADOLF WINKLER

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