FeldkirchenEin Pilz frisst sich durch die Eschen

Infizierte Bäume müssen geschlägert werden. Betroffen sind Bereiche rund um Ossiacher Schluchtweg oder Liebenfelser Wasserweg.

Entlang des Wasserweges Liebenfels gehören Eschen zum Landschaftsbild © Gert Köstinger
 

Sein Name ist niedlich, seine Auswirkung aber fatal: Das „Falsche weiße Stengelbecherchen“ infiziert mittels Sporen die Eschenblätter, wächst in Triebe und und Zweige ein und bewirkt das Absterben der Rinde und des Holzes. „Die Waldeigentümer merken, die Eschen werden braun und fallen um“, sagt Günther Flaschberger, Leiter der Forstinspektion der Bezirkshauptmannschaft Feldkirchen. Der Baum stirbt von außen nach innen ab.

Die Esche ist ein Paradebaum. Nie hätte ich gedacht, dass es sie erwischt, denn sie hält wirklich viel aus.

Franz Taumberger

Eschen sind auch beliebte Alleebäume, im Wald findet man sie auf feuchteren Böden, aber auch an trockenen Standorten, sie ist sehr robust. Auch entlang von Straßen müssen immer wieder Bäume entfernt werden. Aber da funktioniert die Verbreitung des Pilzes glücklicherweise nicht so gut. Betroffene Bäume müssen mitunter geschlägert werden. Flaschberger: „Wir klären das dann mit den Besitzern der Bäume ab.“
Auf feuchteren Böden findet man die Esche etwa am Schluchtweg in Ossiach. Aber auch rund um den Liebenfelser Wasserweg prägt die Esche den Charakter des Gebietes. Franz Taumberger ist dort Besitzer von Waldflächen: „Es war ein Schock. Die Esche ist ein Paradebaum, nie hätte ich gedacht, dass es sie erwischt, denn sie hält wirklich viel aus.“ Jetzt könne man sehen, wo der Pilz die Bäume befällt. „Im Frühling sieht man, die einen blühen, die anderen treiben nicht mehr aus.“

Taumberger hält nichts davon, Schuldige zu suchen, er arbeitet an Lösungen, hat seinen Wald gut unter Beobachtung: „Wir versuchen, so viel Artenvielfalt wie möglich zu haben, denn wir wissen ja nicht, was in fünf Jahren ist. Wir haben eine Fläche, da haben wir sogar Kirsch- und Nussbäume drinnen.“ So gab es auch viele Ulmen. „Die sind auch alle eingegangen.“

Die Waldeigentümer merken, die Eschen werden braun und fallen um. Man kann keine Vorhersagen machen, wie es weitergeht.

Günther Flaschberger

Für die Esche gibt es ein Schutzprogramm. Ab dem Jahr 2020 kann sie vegetativ vermehrt werden, aber erst ab 2040 generativ über Samen“, informiert Matthias Pirker, Leiter der Forstinspektion der Bezirkshauptmannschaft St. Veit. Flaschberger: „Man betreibt in Österreich seitens des Bundesforschungszentrums für Wald hohen Aufwand. Wir sind da die Besten in Europa. So werden Samen der Esche gesammelt und haltbar gemacht.“

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