Mini-AmbulatorienUnterstützung für Geist und Seele

Land beschließt Kostenzuschuss für Mini-Ambulatorien, die sich um die psychische und medizinische Betreuung von Kindern, Jugendlichen und deren Angehörigen kümmert.

Kinder und Jugendliche finden in den Mini-Ambulatorien Hilfe © Fotolia
 

Wirbelwind, Plappergei und Rasselbande. All dieser Sozial-, Sprach- und Aggressionsstörungen nehmen sich die vier Ambulatorien, die von pro mente betrieben werden, in Kärnten an. Landeshauptmannstellvertreterin und Gesundheitsreferentin Beate Prettner brachte eben in der Regierungssitzung einen Antrag auf Betriebszuschuss bis einschließlich September 2018 ein.

Die Kosten für die Mini-Ambulatorien in Wolfsberg und St. Veit mit Außenstellen in Klagenfurt und Völkermarkt teilen sich das Land Kärnten und die Sozialversicherungsträger. Für St. Veit sind Zuschüsse von 489.862 Euro und für Wolfsberg 394.918 Euro geplant. „Begrenzt wurde der Kostenzuschuss vorerst bis September, weil pro mente bis dahin ein neues Konzept vorzulegen hat, das auf den neuen Psychiatrieplan des Landes abgestimmt ist“, sagte Prettner.

Jeder Dritte ist psychisch krank

Die Anzahl der psychischen Erkrankungen nimmt stetig zu. Nach Angaben der Österreichischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie leide jeder dritte Österreicher zumindest einmal im Leben an einer psychischen Erkrankung. Auch immer mehr Kinder und Jugendliche sind davon betroffen. Aufgrund dessen kümmert sich pro mente mit seinen Mini-Ambulatorien um Betroffene, das geschulte Personal hilft vor allem Kindern und Jugendlichen und ihren Angehörigen bei der Problembewältigung.

Der Psychiatrieplan 2020 ermöglicht unter anderem durch Bezirksambulanzen eine Qualitätssteigerung der außerstationären psychiatrischen Behandlung. Außerdem räumt er den psychischen Erkrankungen einen neuen Stellenwert ein. Dies geschieht auf zwei Ebenen: Einerseits auf der Präventionsebene, andererseits auf der Behandlungsebene.

 

Service der Mini-Ambulatorien

Wo? In St. Veit, Wolfsberg mit Außenstellen in Klagenfurt und Völkermarkt.
Für wen? Der Service richtet sich insbesondere an Säuglinge, Kinder, Jugendliche sowie deren Eltern und Angehörige
Angebot? Geboten werden eine klinisch-psychologische Behandlung, Ergotherapie, Lese-, Rechtschreib- und Rechentherapie, klinisch-
psychologische Sprachbehandlung, Sprachheilpädagogische Förderung und als medizinische Behandlung Logopädie und Psychotherapie (je nach Verfügbarkeit)
Klienten? 2500 Klienten ergeben sich im Jahr 2017 aus den (Quartals-) Fallpauschalen der vier Mini- Ambulatorien. Davon wurden 46 Prozent der Patienten in der Stelle Wolfsberg inklusive der Außenstelle Völkermarkt und 54 Prozent im Mini-Ambulatorium St. Veit inklusive der Außenstelle Klagenfurt versorgt.
Infos? www.promente-kijufa.at

Neues Konzept für psychisch Kranke

Der Psychiatrieplan 2020 entstand im Auftrag der Landeszielsteuerungskommission in Zusammenarbeit mit externen Experten und der Kärntner Gebietskrankenkasse.

2020 soll Kärnten zwei vollwertige psychiatrische Abteilungen in den Krankenhäusern in Klagenfurt und Villach besitzen. Daran angeknüpft sollen in den Bezirken psychiatrische Ambulanzen entstehen, um den Patienten lange Anfahrtswege zu ersparen. Mit mobilen Versorgungseinheiten und flächendeckenden Beratungsstellen soll eine optimale Betreuung für Kärnten sichergestellt werden.

 

Privat
Tanja Baumgartner, Leiterin Mini-Ambulatorien St. Veit und Klagenfurt © Privat

 

Drei Fragen an

1. Durch welche Maßnahmen in den Mini-Ambulatorien wird besonders Kindern und Jugendlichen geholfen?
Tanja Baumgartner: Die Ambulatorien bieten durch interdisziplinäre Teams eine niederschwellige, wohnortsnahe und umfassende diagnostische wie therapeutische Versorgung in allen relevanten Entwicklungsbereichen an. Nach einer mehrdimensionalen diagnostischen Untersuchung bieten wir Beratungen, Einzel- und Gruppeninterventionen an.
2. Welche Probleme treten am häufigsten auf?
Entwicklungsstörungen in sprachlichen, kognitiven und/oder motorischen Bereichen sowie psychische Belastungen. Bei den psychischen Erkrankungen überwiegen die externalisierenden Auffälligkeiten wie ADHS oder Aggressionsstörungen, und die internalisierenden, etwa Depressionen, Angststörungen.
3. Inwiefern werden Eltern und Angehörige betreut?
Sie erhalten umfassende Unterstützung durch Beratungen sowie ein „Familienstärkungsprogramm“, um damit die erzieherischen Kompetenzen zu stärken.

 

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