FeldkirchenEin „stahlharter“ Preis für nachhaltiges Arbeiten

Haslinger Stahlbau aus Feldkirchen wurde für das Projekt Sartorius AG erstmals mit dem „European Award for Steelstructures“ ausgezeichnet. Der Preis wird für besondere Stahlbau-Projekte vergeben.

Nachhaltig Arbeiten ist dem Unternehmen wichtig: Der Werkstoff Stahl ist zu 100 Prozent recyclebar © Markus Traussnig
 

Ober sticht Unter. Oder: Stahl sticht Beton. Bei der neuen Fertigungshalle für den international führenden Pharma- und Laborlieferer Sartorius AG am Standort der Zentrale im deutschen Göttingen war dies der Fall. Dort wurden von Haslinger Stahlbau aus Kärnten insgesamt 1,925 Tonnen dieses Werkstoffes verbaut. Durchdachte Detaillösungen sowie der nachhaltige und wirtschaftliche Einsatz von Stahl brachten dem Feldkirchner Unternehmen dafür nun erstmals den „European Award for Steelstructures 2017“ ein.

Haslinger Stahlbau-Geschäftsführer Arno Sorger hält den „European Award for Steelstructures 2017“ stolz in seinen Händen Foto © Markus Traussnig

Der Preis wird alle zwei Jahre von der europäischen Dachorganisation der Stahlbauverbände im Rahmen der „European Steel Design Awards“ in Kopenhagen an besondere Stahlbau-Projekte hinsichtlich Architektur, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit vergeben. Heuer wurden insgesamt elf Bauwerke von einer international besetzten Jury ausgezeichnet, darunter Projekte wie die Burj Al Arab-Terrasse in Dubai oder das Fußballstadion „Stade Matmut Atlantique“ in Bordeaux. „Der Preis unterstreicht, dass wir international in der Premiere League führend mitspielen“, sagt Geschäftsführer Arno Sorger.

Das Projekt der großen Spannweiten

Die größte Herausforderung beim Projekt Sartorius AG waren die knappen Toleranzen. Große Spannweiten mussten ohne zusätzliche Stützen bewältigt werden. „Das wäre mit Beton nicht möglich gewesen“, sagt Sorger. Die primären Stützen der zweigeschoßigen und 10.400 Quadratmeter großen Halle sind nicht geradlinig, sondern gebrochen und wurden für den optischen Effekt mehrfach beschichtet. Punkten konnte man auch mit der Nachhaltigkeit: Stahl wird in Europa zu 100 Prozent aus Schrott recycelt. Das Vormaterial, wie Bleche oder Profile, entsteht in Walzwerken in Norddeutschland, Italien und Luxemburg.

 

Der Preis zeigt, dass wir in der Premiere League mitspielen

Arno Sorger

Insgesamt wurden für das Projekt Sartorius AG 8177 Einzelteile mit einem Stückgewicht von bis zu 30 Tonnen verarbeitet. Von Jänner bis Dezember 2015 – davon drei Monate für die Montage – wurde die rund 4,1 Millionen Euro teure Produktionshalle realisiert.
Es ist dies nicht das einzige Großprojekt von Haslinger Stahlbau.

Ein Blick in das Innere der neuen Fertigungshalle der Sartorius AG in Göttingen Foto © Klemens Ortmeyer

Aktuell in Bearbeitung ist die Stahltragkonstruktion für die Humo-Arena, eine Multifunktions-Sportarena, in Usbekistan (9,8 Millionen). Eine Assemblage-Halle für den Uhrenhersteller IWC ist in Schaffhausen in der Schweiz (1,2 Millionen) in Finalisierung. In Deutschland entstehen eine Karosseriehalle für die Daimler AG (12,8 Millionen) und ein Brammenlager für die Salzgitter AG (6,1 Millionen). Die Schwerlasthalle der Siemens AG in Cuxhaven, in der die Nacelle-Produktion für Windkraft-Offshore-Anlagen in der Nordsee erfolgt, kommt auch von Haslinger (28,5 Millionen).

Mit einem Umsatz von insgesamt 106 Millionen ist das Jahr 2017 eines der stärksten in der 68-jährigen Unternehmensgeschichte. Die Exportquote ist mit 83 Prozent außergewöhnlich hoch. Sorger: „Das liegt daran, dass im Inland nicht so große Projekte am Markt sind.“ Trotz der im Vergleich zum Standort in Ungarn deutlich höheren Lohnkosten halte man am Hauptsitz Feldkirchen, wo 292 der 450 Mitarbeiter arbeiten, fest.

Die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter hier ist eine Besondere. Zudem sind wir ein Traditionsunternehmen, weshalb wir alles daran setzen, den Standort weiter so zu erhalten“.

Das Projekt

Daten. Fertigungshalle für Produktion von Laborinstrumenten aus 1,925 Tonnen Stahl, 10.400 Quadratmeter, 4,1 Millionen Euro

Preise. Zusätzlich zum „„European Award for Steelstructures 2017“ gab es den „Ingenieurpreis des Deutschen Stahlbaus“

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