Ossiacher SeeTausendblatt als Glücksfall und Plage zugleich

Die Pflanze „Tausendblatt“ vermehrt sich rasch am Ossiacher See und behindert Boote. Ein Bootsverleiher will es nun abmähen.

Neumaier zeigt auf das Kraut, das in der Bucht mit den Booten wuchert
Neumaier zeigt auf das Kraut, das in der Bucht mit den Booten wuchert © Manfred Schusser
 

Nichts geht mehr heißt es oft in Wolfgang Neumaiers Bootsverleih in Ossiach. Das Tausendblatt hat sich im Bereich seines Bootsverleihs im Uferbereich stetig vermehrt. „Es sind sicher 500 Quadratmeter direkt vor unserem Steg“, sagt Neumaier. Ein insgesamt einige tausende Quadratmeter großer Teppich mit Pflanzen behindere Boote vehement.

Die Pflanzen wickeln sich beim Hinausfahren um den Bootsmotor, das macht die Boote unlenkbar und sie verlieren ihren Antrieb. Im Sommer fuhr Neumaier deshalb oft hinaus, um Kunden aus ihrer„Seenot“ zu befreien. Im Vorjahr, so erzählt Neumaier, habe der Pflanzenwuchs begonnen. „Heuer haben sie sich extrem vermehrt. Weil das Wasser jetzt sauberer wird, was ja super ist.“ Nicht jedoch für das Geschäft. „Im Frühling müssen wir das wegmähen, es geht so nicht mehr.“ Betroffen sei „jeder, der ein Boot hat. Zum Beispiel Fischer, die haben rund 30 Boote bei uns stehen“, sagt der Unternehmer.

Neumaier fühlt sich mit dem Problem allein gelassen. „Denn ich muss ein Mähboot holen und alle Kosten selber tragen.“ Von der Abteilung Umwelt- und Naturschutz der BH Feldkirchen ließ Neumaier seine Tausendblatt-Problematik begutachten. „Mir wurde gesagt, wenn wir mähen, muss das Land vorher eine Pflanzenbestimmung machen. Das abgemähte Material muss dann einige Stunden am Ufer lagern. Neumaier: „Damit darin vorkommende Tiere rauskrabbeln können, wurde mir gesagt.“ Erst dann kann Neumaier das Material entsorgen. Ein Faktor muss, so Roswitha Fresner vom Kärntner Institut für Seenforschung, dabei auch beachtet werden: Das Mähen fördere auch neuen Pflanzenwuchs.

Von Recht, wirtschaftlichen Sorgen und ökologischen „Glücksfällen“

Die Österreichischen Bundesforste (ÖBF) als Eigentümer des Sees haben als Seebesitzer eine prinzipielle Mäherlaubnis ausgesprochen. „An die zuständige Behörde“, hält Herbert Neubauer von den ÖBF. „Weil es im Interesse des Tourismus ist.“ Für Neumaier bedeutet das, wenn er mähen will, muss er eine Bewilligung der Abteilung Naturschutz der BH Feldkirchen einholen, gibt Neubauer Auskunft. Finanziell wird ihm nichts abgegolten. Neubauer: „Meines Wissens nach gibt es keine Möglichkeit der finanziellen Unterstützung. Wir tun es nicht, denn das Tausendkraut ist ökologisch unbedenklich“.

Roswitha Fresner vom Kärntner Institut für Seenforschung sieht die Sache von ökologischer Seite und aus der Sicht des Naturschutzes: Die Pflanzen im See seien für seine Reinheit unerlässlich und für den Ossiacher See „ein Glücksfall“. Durch sie werde der See reiner. Das Tausendblatt biete auch Jungfischen etwa die Möglichkeit, sich zu verstecken. Man müsse, so Fresner, die Natur akzeptieren, wie sie ist. Denn der See sei ein Ökosystem, das sehr vielen Einflüssen ausgesetzt sei. „Der Mensch greift ohnehin überall kräftig ein.“ 

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