Retter schlagen Alarm: Schon sechs Badetote
Nach Badeunfall im Klopeiner See verstarb Montag 14-jähriger Schüler im LKH Klagefurt. Er ist der sechste Badetote im heurigen Jahr. Bis zu 150.000 Badegäste bevölkern täglich Kärntens Gewässer.

Foto © BauerDie Wasserrettung ist unter dem Notruf 130 erreichbar
Trauer und Verzweiflung bei Angehörigen und Freunden eines 14 Jahre alten Schülers aus Bad St. Leonhard. Der Jugendliche ist am Montag auf der Intensivstation des LKH Klagenfurt verstorben. Wie berichtet unternahm der Schüler am Sonntag mit einem um ein Jahr älteren Freund einen Badeausflug an den Klopeiner See. Aus nicht nachvollziehbaren Gründen stürzte der junge Lavanttaler - er war Nichtschimmer - ins Wasser und ging unter. Obwohl der Freund sofort Alarm schlug, verging gut eine Viertelstunde, bevor der Bewusstlose gefunden und geborgen werden konnte. Der 14-Jährige ist heuer der sechste Badetote. 2006 beklagte man sieben Tote.
Private Bootsbesitzer. In der Zentrale der Kärntner Wasserrettung im Haus der Sicherheit in Klagenfurt registriert man in den letzten Wochen praktisch quer durch alle 21 Einsatzleitungen im Lande immer mehr Einsätze. Nach Schätzungen der 1700 aktiven Wasserrettern bevölkern an Top-Badetagen bis zu 150.000 Abkühlungssuchende die heimischen Gewässer. Allein im Wörthersee - der "größten Badewanne" - tummeln sich bis zu 50.000 Badende. "Durch die zunehmende Zahl privater Bootsbesitzer verlagert sich der vermeintlich sorglose Badespaß an den Seen in Regionen mit immer größeren Wassertiefen. Der heurige Sommer bringt uns nicht nur eine Badesaison, die extrem früh begonnen hat, sondern auch Winde und damit immer höheren Wellenschlag. Gerade für Nichtschwimmer, die sich auf Luftmatratzen oder in Schlauchbooten einfach hinaustreiben lassen, besteht akute Lebensgefahr", warnt ÖWR-Landessekretär Heinz Kernjak.
Kampf dem Leichtsinn. Leichtsinn gilt noch immer als Hauptursache von Badeunfällen gefolgt von Alkohol. "Vor allem in den späten Abend- und in den Nachtstunden sind feuchtfröhliche Bootspartien mit tragischem Ausgang leider keine Seltenheit", so Kernjak. Über Nachwuchssorgen braucht sich die Wasserrettung, wie erst jüngst ein großes Jugendlager am Hafnersee mit 165 Kindern im Alter zwischen fünf und 14 Jahren beweist, nicht beklagen.
Ressourcen. Dafür sind die finanziellen Resourcen der Wasserretter mit Landesrat Reinhart Rohr als Präsident und seinen beiden Vizepräsidenten Landesrat Josef Martinz und LAbg. Adolf Stark an der Spitze immer wieder eingegrenzt. "Unsere Arbeit stellen wir freiwillig und unentgeltlich in den Dienst des Nächsten. Die Ausrüstung, allen voran unsere Einsatz-Motorboote kosten aber in der Erhaltung und im Betrieb viel Geld", zeigt Kenjak auf.











