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Zuletzt aktualisiert: 14.02.2007 um 10:34 Uhr

Städter auf Irrwegen: "Då bist åber g'fahlt!"

Vulgarnamen und verzweigte Wege sorgen bei Einsatzkräften und Gästen in Metnitz für Verwirrung. Jetzt kommt neues Verkehrsleitsystem

Vizebürgermeister Vinzenz Ebner und Bürgermeister Anton Engl-Wurzer, Bürgermeister von Metnitz vor der Holzstraße-Ortstafel

Foto © HautzenbergerVizebürgermeister Vinzenz Ebner und Bürgermeister Anton Engl-Wurzer, Bürgermeister von Metnitz vor der Holzstraße-Ortstafel

Ein Städter aus Klagenfurt fragt einen Metnitzer nach dem Weg, dieser antwortet: "Na, då bist åber g'fahlt, då muaßt bei da Åstgåbl, då wo de ålte Ebna-Mühl amål wår,obe." Was der Klagenfurter nicht weiß: Die "alte Ebner-Mühle" steht seit Jahrzehnten nicht mehr. Nein, das ist kein Faschings-Witz. Denn noch heute werden in vielen Ortschaften im Bezirk Plätze mit Hilfe ehemaliger Bauwerke erklärt und Menschen mit den Vulgarnamen angesprochen. Für Nicht-Ortskundige kann es daher schwer werden, sich zurecht zu finden. So auch in Metnitz. Dem will man nun Abhilfe schaffen: mit einem neuen Verkehrsleitsystem.

Problem für Einsatzkräfte. Das Besondere daran: Damit wirklich nichts mehr schief geht, werden auf den neuen Tafeln auch die Vulgarnamen angeführt sein. "Mich nennen viele Leute zum Beispiel ,Jaming Tone`, weil's bei uns beim Haus Jaming heißt", sagt Bürgermeister Anton Engl-Wurzer. Auch die Einsatzkräfte, wie Feuerwehr, Rotes Kreuz oder Polizei, hatten aus diesem Grund schon des öfteren ihre liebe Not damit, in Metnitz den richtigen Weg zu finden. Die Feuerwehr schrieb der Gemeinde sogar einen Brief, in dem sie schilderte, wie verwirrend für Außenstehende die vielen "Namen" der Metnitzer sind.

Vulgarnamen. Die Vulgarnamen in Zukunft weglassen will man deshalb aber nicht. "Das ist ein Teil unserer Kultur und sollte erhalten bleiben", sagt Engl-Wurzer. Vizebürgermeister Vinzenz Ebner plant daher bereits seit einem Jahr am neuen Leitsystem. "Nach Teichl kommt man zum Beispiel auf drei verschiedene Weisen. Dort werden dann auf den Schildern die einzelnen Hausnummern angeführt sein", sagt Ebner. Damit trotzdem kein unübersichtlicher Schilderwald entsteht, werden erst bei den letzten Abzweigungen einzelne Tafeln mit Namen und Vulgonamen angebracht.

Lärchensteher. Dennoch werden letztlich etwa 910 einzelne Lärchensteher benötigt, auf denen die Schilder montiert werden. Denn Metnitz ist mit einer Gesamtfläche von 23.000 Hektar immerhin eine der größten Landgemeinden in ganz Österreich.

Im Stil der Holzstraße. Rund 130.000 Euro kostet das Projekt. Die Gemeinde will aber versuchen, über die Holzstraße dafür EU-Förderungen zu erhalten. Errichtet wird das neue Leitsystem ebenfalls im Stil jenes der Kärntner Holzstraße, denn seit Ende Jänner ist Metnitz eines der neuen Mitglied dieses Regionalverbandes. Engl-Wurzer: "80 Prozent unseres Gemeindegebietes ist Wald. Das Holz wächst uns beim Fenster herein. Und da kann man sicher viel mit dem Rohstoff und mit unseren Tischlerei- und Zimmereibetrieben machen."

KARIN HAUTZENBERGER

Projekt

Gemeinsam mit der Holzstraße errichtet Gemeinde Metnitz neues Verkehrsleit-
system
. Einheitliche Schilder werden auf Holz-Stehern montiert, damit sich auch Auswärtige in der Gemeinde zurecht finden.

Ortszentrum

Erste Tafel, die in Richtung Ortszentrum weist, steht bereits. Der Platz neben dieser Abzweigung wird mit Blumen und Holzzaun neu gestaltet

Tafeln und Kosten

Rund 910 Steher aus Lärchenholz und 766 Schilder. Die Kosten betragen rund 130.000 Euro.

Finanzierung

EU-Fördermittel und Gemeinde, das letzte Schild vor jedem Haus muss der jeweilige Einwohner zahlen, wenn er dieses Schild haben möchte

Errichtung

Herbst 2007, spätestens Frühjahr 2008 geplant

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