Christian Kern: "16 Güterbahnhöfe unrentabel"
ÖBB-Chef Christian Kern sieht bei Verladestellen einen akuten Handlungsbedarf. Derzeit schreiben 40 Güterzugverladestellen in Österreich ein Minus von acht Millionen Euro. Nach einer Lösung wird gesucht.

Foto © KLZ/Andreas KanatschnigÖBB-Chef Christian Kern: "Wir verlieren einfach Geld. Wenn es auf Dauer keine Lösung gibt, müssen wir Verladestellen zusperren. Das ist aber nicht unsere erste Wahl"
Die ÖBB-Tochter "Rail Cargo Austria" (RCA) muss sparen. Derzeit schreiben 40 Güterzugverladestellen in Österreich ein Minus von acht Millionen Euro. "In Kärnten sind 16 Abfertigungsstellen chronisch unrentabel", sagt ÖBB-Generaldirektor Christian Kern, der Mittwochabend zu einem Bahngipfel in die Landesregierung anreiste.
Der ÖBB-Chef will sich nicht festlegen, welchen Verladestellen das "Aus" droht: "Wenn es auf Dauer keine Lösung gibt, müssen wir aber zusperren." Über konkrete Verladestellen wird man in der RCA-Aufsichtsratssitzung am 30. Oktober sprechen.
Dennoch ist Kern optimistisch: Es wird Gespräche mit Firmen geben, damit diese ihr Ladungen von Lkw auf Bahn umstellen. "Wir müssen die Mengen steigern", sagt Kern. Bei einem Lokalaugenschein am Mittwoch am Verladebahnhof St. Andrä im Lavanttal brachte es der ÖBB-Chef auf den Punkt: "Wenn wir 20 Mal im Jahr einen Waggon liefern, ist das zu wenig." Besser wäre ein Zug mit 20 Waggons. Außerdem habe Kärnten das Problem, dass die Transportwege zu kurz seien. "Nur große Distanzen sind ein Geschäft", sagt Kern. Ziel sei es, den Konkurs der Eigenkapital- schwachen RCA zu verhindern, die im Jahr 2010 noch einen Verlust von 353 Millionen Euro im operativen Geschäft schrieb.
"Dennoch ist Zusperren nicht unsere erste Wahl", sagt Kern. Neben den Gesprächen mit den Firmen müsse man sich auch über die Preise Gedanken machen. "Wir verlieren einfach Geld", sagt der ÖBB-Chef. Dennoch will er daraus kein "Bahnproblem" konstruieren. "Einen Kahlschlag wird es nicht geben", fügt er hinzu. Derzeit habe man zwölf Bedienstellen pro 100 Kilometer, in Deutschland sind es nur 4,5. Eines der dichtesten Netze Europas wolle man erhalten. Eine Lkw-Lawine sieht Kern im Schließungsfall jedoch nicht auf Kärnten zukommen. Beim Bahngipfel bemühte sich Kern um einen Dialog mit der Landesregierung und Unternehmern.
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Die Liste
Gefährdet. 16 Verladestellen sind unrentabel. Möglicherweise gefährdet: Kötschach, Sachsenburg, Spittal, Weizelsdorf, Feistritz/Rosental, Feldkirchen, Glanegg, Liebenfels, Kühnsdorf, Bleiburg, St. Paul/, St. Andrä/, St. Stefan/Lavanttal, Wolfsberg, Frantschach, Twimberg, Bad. St. Leonhard.











