Carl-Hannes Planton: "Möchte Erbe von Forcher antreten"
Vom ersten Auftritt über Live-Hoppalas bis hin zu seiner Liebe für Tradition und Brauchtum - der bekannte Liebenfelser Radio- und Fernsehmoderator Carl-Hannes Planton im Sommergespräch.

Foto © KLZ
Herr Planton, Sie moderieren unter anderem die Rubrik "Kärntnerisch g'redt". Was ist Ihr liebster Mundartausdruck?
CARL-HANNES PLANTON: "Himlazn", was so viel heißt wie "Wetterleuchten", aber auch "Heppalanzegga". Unter diesem Wort versteht man einen Büstenhalter. Ich kann mich im Zusammenhang mit der Sendung an eine sehr schöne Episode erinnern. Eine Frau hat mich angerufen und gesagt, dass ihre Großmutter schon seit Jahren im Rollstuhl sitzt und kaum mehr Anteil an ihrer Umwelt nimmt. Aber als sie im Fernsehen einen meiner alten Mundartausdrücke gehört hat, hat sie das Wort wiederholt und gelächelt. Das war für mich das schönste Kompliment.
Sie sind seit rund 30 Jahren beim ORF. Wie sind Sie dorthin gekommen?
PLANTON: Ich war einfach hartnäckig. Ich habe mich mehrmals beworben und wurde auch mehrmals abgewiesen, weil meine Aussprache nicht gut genug war. So habe ich geübt und geübt. Und schließlich hat es geklappt. Die erste Sendung, die ich moderieren durfte, war "Tanzmusik auf Bestellung".
Welche Ihrer Sendungen moderieren Sie am liebsten?
PLANTON: Den "Treffpunkt Kärnten". Weil es keine durchgestylte Sendung ist, sondern weil man als Moderator spontan, locker und normal sein kann.
Sie moderieren ja auch das "Quiz der 1000 Fragen" im Programm von Radio Kärnten. Wie viele der Fragen können Sie beantworten?
PLANTON: Was das Allgemeinwissen betrifft, geht es eigentlich. Im Bereich Sport schaut es eher schlecht aus.
Live-Moderationen bergen die Gefahr unliebsamer Überraschungen. An welche Hoppalas können Sie sich erinnern?
PLANTON: Bei Live-Aufnahmen ist schon so ziemlich alles passiert, was nur passieren kann. Die Palette reicht von der Wolke, die sich vor die Sonne schiebt, bis hin zu den Kirchenglocken, die anfangen zu läuten. Auch Versprecher sind natürlich dabei. Einmal habe ich Richi Di Bernardo als Strizzi Di Bernardo bezeichnet.
Eine Ehre für Schauspieler oder Entertainer ist es, die Oscarverleihung zu moderieren. Was wäre Ihre "Oscarverleihung"?
PLANTON: Mein Wunsch ist es, das Erbe von Sepp Forcher in "Klingendes Österreich" anzutreten.
Sie beschäftigen sich in Ihren Sendungen viel mit Tradition und Brauchtum. Warum ist Ihnen das so wichtig?
PLANTON: Für mich bedeuten Tradition und Brauchtum eine Identifikation mit der Heimat. Sonst wären wir ja alle gleich. Und Gott sei Dank haben wir alle einen anderen Ursprung und eine andere Heimat. Es ist schön, durch die Kärntner Täler zu fahren und in jedem Tal gibt es einen eigenen Dialekt. Die Vielfalt macht es aus.
Radio oder Fernsehen - was ist Ihnen lieber?
PLANTON: Das Radio! Radio ist unmittelbarer und spontaner, bietet mehr Reiz und Spannung. Fernsehaufnahmen sind langwieriger. Einen Großteil seiner Zeit verbringt man mit Warten - darauf, dass die Kamera steht oder dass Ton und Licht passen.
Vor dem Mikrofon oder der Kamera wirken Sie stets gut gelaunt. Wie ist Carl-Hannes Planton eigentlich privat?
PLANTON: Nicht viel anders. Ich bin niemand, der sich verstellt. Sich vor der Kamera auf Dauer zu verstellen, wäre auch nicht möglich.
Wenn Sie nicht in der Medienbranche gelandet wären, was wären Sie geworden?
PLANTON: Vermutlich Lehrer.
Features
Zur Person
Carl-Hannes Planton (53) wohnt in Liebenfels
Familie. Planton ist geschieden und Vater einer Tochter, nämlich Pia Catherine (24)
Beruf. Planton ist Moderator von zahlreichen ORF-Fernseh- und -Radiosendungen, darunter "Treffpunkt Kärnten" oder "Quiz der 1000 Fragen"
Hobbys. Die Arbeit in der Forstwirtschaft, die Bewegung an der frischen Luft, die Spaziergänge mit seinem Hund sowie Reisen. Sein Ziel ist es, einmal alle deutschen Städte zu bereisen
Im Wordrap
Heimat ist für mich . . . . . . mein Zuhause
Auf eine einsame Insel nehme ich . . . . . . niemanden mit, schließlich ist es eine einsame Insel
Von anderen Moderatoren unterscheidet mich . . . . . . dass ich ich selbst bin
Mein größter Erfolg . . . . . . ist meine Tochter
Ich entspanne mich . . .
. . . bei Gesprächen mit Freunden In meinem Kühlschrank fehlt niemals . . .
. . . Milch
Als Politiker wäre ich . . .
. . . ehrlich










