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Zuletzt aktualisiert: 30.06.2012 um 20:16 UhrKommentare

Ein Plan soll Leben in die Stadt bringen

Die Stadtgemeinde Feldkirchen startete einen Fünf-Jahres-Maßnahmen-Plan. Ziel: Wieder mehr Kunden in die Innenstadt zu bringen.

Immer weniger kaufen in Feldkirchen ein. Dem will man jetzt entgegenwirken

Foto © SchusserImmer weniger kaufen in Feldkirchen ein. Dem will man jetzt entgegenwirken

Wir haben festgestellt, dass die Frequenz in der Innenstadt kontinuierlich zurückgeht und es für die Betriebe schwerer wird, die zum wirtschaftlichen Überleben erforderlichen Umsätze zu erreichen. Auch nimmt die Kaufkraft ab und wir verlieren Kunden an Einkaufszentren in Klagenfurt und Villach", sagt der Feldkirchner Wirtschaftsreferent, Stadtrat Walter Moser. Grund genug, um zu reagieren. Die Stadt gab die Entwicklung einer Fünf-Jahres-Strategie in Auftrag. Die Ergebnisse der ersten von insgesamt vier Etappen, die Analyse des Ist-Standes, liegen nun vor.

Befragt wurden sowohl Kunden als auch Unternehmer der Tiebelstadt. Aufgrund der Auswertung der Fragebögen wurden die Stärken und Schwächen - unter anderem in den Kategorien "Standort und Umwelt", "Infrastruktur", "Gesellschaft" oder "Handel" - bestimmt (detailliertere Ergebnisse rechts unten). Punkten kann man demnach mit der geografischen Lage, dem sauberen Stadtbild sowie dem Kultur- und Veranstaltungsangebot. Auf die Soll-Seite hat die Durchführende, die Feldkirchnerin Elisabeth Michenthaler, unter anderem die Punkte "Kein zufriedenstellendes Gastronomieangebot" sowie das Fehlen von Hallenbad, Kino oder Hotel gesetzt.

Die Ist-Analyse ist die erste von vier Etappen. "Die nächsten beiden Schritte beinhalten kurzfristige Maßnahmen und sollen noch heuer gesetzt werden", so Moser. Der vierte Abschnitt des Konzeptes sieht schließlich langfristige Maßnahmen vor. Dabei wird neben Tourismus und Handel auch das Gewerbe mit einbezogen. Denn, so Moser, auch der Rückgang von fixen Arbeitsplätzen sei ein Problem für die Kaufkraft in der Stadt: "In den Spitzenzeiten der ARA wurden monatlich sieben bis acht Millionen Schilling an Gehältern ausbezahlt. Dieses Geld floss dann zum größten Teil in die Feldkirchner Wirtschaft."

Durch das Projekt soll die Kaufkraft gestärkt und die Innenstadt belebt werden. Genaue Zielvorgaben wurden noch nicht ausgelotet. Moser: "Wunder bewirken kann eh keiner von uns, aber wir machen einen Schritt in die richtige Richtung."

Stärken

Standort und Umwelt: Naturpotenzial, schönes Wohngebiet, zentrale Lage, sauberes Stadtbild

Infrastruktur: Verkehrsanbindung, ausgebautes Straßennetz, günstige Lage der Parkplätze

Gesellschaft: gutes Bildungsangebot, familiäre Strukturen

Handel: entspanntes Shoppen, Einkaufsnächte, aktive Unternehmer

Wirtschaft und Politik: wirtschaftlicher Nutzen durch FH, gesunde Klein- und Mittelbetriebe

Tourismus und Freizeit: Berge und Seen, intakte Natur, Radwege, gute Kinderbetreuung

Marketing und Werbung: etablierte Einkaufsnächte, gut organisierte Veranstaltungen

Kultur: Carinthischer Sommer Steinhaus, Amthof

Schwächen

Standort und Umwelt: Aussterben der Innenstadt, veraltete Lokale und Fassaden, geringe Frequenz

Infrastruktur: teilweise Parkplatzmangel, öffentlicher Verkehr auf Schüler ausgerichtet

Gesellschaft: Abnahme von Jugendlichen, Zunahme von Senioren, Unsicherheit der FH

Handel: kein zufriedenstellendes Gastro-Angebot, unkompetentes Personal, kein Zusammenhalt der Betriebe

Wirtschaft und Politik: wenig wirtschaftliche Entwicklung, keine Innovationen

Tourismus und Freizeit: kein Hallenbad, Kino oder Hotel

Marketing und Werbung: kein gemeinsames Marketing

Kultur: unzureichendes Angebot für Kinder und Jugendliche

HANNES STEINMETZ

Chancen

Großes Potenzial: Feldkirchen ist von anderen Städten aus gut erreichbar, zentrale Lage ist für Touristen optimal, gutes Bildungsangebot durch die Fachhochschule bringt weitere Zielgruppe, Schaufenster leer stehender Verkaufsflächen können als Werbefläche genutzt werden, Organisation von Ski- und Badebussen, Investition in Errichtung eines Kinos oder Hotels, Informationsschalter am Bahnhof über aktuelle Angebote im Bezirk, Erhaltung und Ausbau des sozialen Standards

Risiken

Gefahr des Negativimages: Schlechtes Image der Stadt durch Drogenhandel und Vandalismus, Verschlechterung des Stadtbildes durch Vernachlässigung der Altstadt, weitere Abwanderung von Betrieben aufgrund zu geringer Kaufkraft, durch schlechtes mediales Image werden Touristen abgeschreckt, schlechtes Image der Gastronomie, unkompetentes Personal und zu viel Klatsch und Tratsch vergraulen potenzielle Käufer, zu wenig Angebot im Bereich Möbel

Handel

Handlungsempfehlungen: Identifikation von Kernkompetenzen, Ausarbeitung einer einheitlichen Positionierung, Erarbeitung einer Corporate Identity, Entwicklung und Ausarbeitung eines Marketingkonzeptes, Entwicklung eines Veranstaltungskonzeptes, aktives und kreatives Leerflächenmanagement, Optimierung im Handel, Entwicklung eines attraktiven Stadtbildes, Einführung eines Qualitätsmanagements, Schaffung und Ausbau eines Jugendangebotes

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