Strafverfügungen vom Automaten
Durch zentralen Versand der Behördenbriefe will das Land in der Verwaltung einsparen. Arbeitsteilung und neue Schwerpunkte für Bezirkshauptmannschaften.

Foto © KLZ/FritzlGeblitzt wird nach wie vor in ganz Kärnten. Doch die "Beauskunftung" erledigt in Zukunft die BH Hermagor
Der Sparkurs des Landes wird künftig auch die Arbeit der Bezirkshauptmannschaften (BH) erheblich beeinflussen. In Anwesenheit des Bundesrechnungshof-Präsidenten Josef Moser wurde den Kärntner Bezirkshauptleuten am Dienstag das neue "Geschäftsmodell" vorgestellt. Es soll in den nächsten Tagen von Landeshauptmann Gerhard Dörfler der Öffentlichkeit präsentiert werden. Einzelheiten hat die Kleine Zeitung am Dienstag schon erfahren.
Antwort aus Hermagor
Betroffen sein werden etwa Autofahrer, die zu schnell unterwegs waren: So werden künftig die kärntenweit jährlich rund 200.000 Anonymverfügungen wegen Übertretung der Straßenverkehrsordnung zentral von Klagenfurt aus maschinell versandt. Derzeit wird diese Arbeit von eigens dafür abgestellten Mitarbeitern in allen Bezirkshauptmannschaften erledigt. Fragen von Betroffenen, also die "Beauskunftung", wie es im Amtsdeutsch heißt, werden künftig zentral in der Bezirkshauptmannschaft Hermagor erledigt. Laut Bezirkshauptmann Heinz Pansi wird dafür eigens ein Callcenter installiert. Kommt es zu Strafverfahren, so werden diese von der jeweils zuständigen BH abgewickelt. Die betroffenen Autofahrer sollen von den neuen internen Abläufen nichts mitbekommen, das Land will aber durch Effizienz einsparen.
Das One-Stop-Prinzip wird bei der Betriebsanlagengenehmigung eingeführt. Damit übernimmt künftig die jeweilige Bezirkshauptmannschaft auch die Baugenehmigung, die bisher die Gemeinde erteilt hat. Unternehmer sind also nicht mehr mit zwei Verfahren konfrontiert.
"Ein Bezirk, eine Bezirkshauptmannschaft". Von diesem Prinzip will das Land trotz Einsparungskurs nicht abweichen. Das hat Dörfler am Dienstag in einer Pressekonferenz mit Josef Moser klargestellt. Es wird jedoch künftig zu einer intensiveren Kooperation der Bezirksverwaltungs-behörden kommen. So übernimmt etwa die BH Feldkirchen im Gurktal die Forstagenden der Schwesterbehörde in St. Veit. Auch im Bereich der Amtsärzte und Veterinärmediziner wird stärker zusammengearbeitet. Ein Insider: "Im Falle von Überlastung oder Krankheit kann ein Experte unserer Behörde Aufgaben im Nachbarbezirk übernehmen."











