Vertriebene fanden eine neue Heimat in Kärnten
Siebenbürger Sachsen feierten den 60-jährigen Bestand ihrer Landsmannschaft mit Festakt.

Foto © SchusserBeim Fest in Feldkirchen wurde gezeigt, dass sich die Volkskultur der Siebenbürger Sachsen in Kärnten erhalten hat
Die Festveranstaltung anlässlich des 60-jährigen Bestandes der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen in Kärnten wurde am Samstag im Amthof in Feldkirchen mit einer Andacht, die Alt-Superintendent Joachim Rathke hielt, eingeleitet. Ihm gehe stets das Herz auf, wenn er das Wort Siebenbürgen höre. Der angesehene evangelische Pfarrer zog einen Vergleich zwischen dem Tod Jesu mit den Schicksalen der Vertriebenen.
Obfrau Irmgard Martini gab einen Überblick über die reiche Vereinstätigkeit. Ihre Landsleute seien in Österreich zunächst staatenlos gewesen. Erst ab Mitte der 50er-Jahre konnte die österreichische Staatsbürgerschaft erworben werden. Bei Besuchen in Rumänien seien sie großen Schikanen des Ceausescu-Regimes ausgesetzt gewesen. Heute trage die Partnerschaft Klagenfurts mit Hermannstadt zur engeren Verbindung mit der alten Heimat bei.
Angst habe am Anfang des Aufenthaltes in Österreich gestanden, sagte Bundesobmann Volker Petri. Die Sachsen wurden ein Opfer der Diktatur, aber auch Österreich war nur zögernd bereit, Zugeständnisse zu machen. Gebrandmarkt und von den Familien getrennt stellten sich die Vertriebenen dennoch der Herausforderung und trugen entscheidend zum Wiederaufbau Österreichs bei. Die Gemeinschaft habe über bittere Zeiten hinweggeholfen. Und auch in der Öffentlichkeit wich endlich das Misstrauen über die Vertriebenen. Die evangelische Kirche habe ihnen die geistige Heimat geschenkt. Die bewegende Festveranstaltung wurde vom Gemischten Chor Kellerberg, der auch mit einem sächsischen Lied überraschte, Volkstänzern, dem kleinen Ziehharmonikaspieler Felix und seinem Freund Max, der sächsische Gedichte vortrug, abwechslungsreich gestaltet.











