Weniger Gäste fanden Weg nach Feldkirchen
Die Tourismusbilanz 2011 zeigt starke Rückgänge in St. Urban und Albeck. Im Gegensatz dazu konnte die Tiebelstadt punkten.
Kärnten freut sich über ein leichtes Plus von 1,2 Prozent bei den Nächtigungszahlen. Der Bezirk Feldkirchen konnte nicht ganz mithalten: Im Jahr 2011 wurden insgesamt rund 1,11 Millionen Übernachtungen in Fremdunterkünften verzeichnet, was ein leichtes Minus von 1,1 Prozent gegenüber 2010 bedeutet.
Das größte Minus, wenn man die Veränderung der Prozentwerte analysiert, liegt in der Gemeinde St. Urban vor. Hier ging die Anzahl der Nächtigungen im Vergleich zu 2010 um 20,9 Prozent zurück. "Das Problem war, dass eines der beiden größten Hotels, das St. Urbaner Familienhotel, erst im Sommer wieder geöffnet wurde. Nach dem Neustart dauerte es auch einige Zeit, bis neue Gäste gewonnen werden können", sagt Bürgermeister Dietmar Rauter. Nichtsdestotrotz lobt er die neuen "Urbanerhof"-Betreiber: "Sie haben schnell eine gute Auslastung erreicht, ansonsten wäre das Minus noch deutlicher ausgefallen." Die Nächtigungsbilanz der anderen Tourismusbetriebe in der Gemeinde sei im Vergleich mit 2010 relativ stabil.
Weniger Geld, kürzerer Aufenthalt
In Albeck ging die Anzahl der Übernachtungen um zwölf Prozent zurück. Bürgermeister Siegfried Unterweger erklärt das Minus: "Ein Ganzjahresbetrieb, der Urlaub am Bauernhof für Familien angeboten hat, hat aufgehört." Bei den anderen Unterkünften der Gemeinde hätte es keine größeren Veränderungen gegeben. "Heuer werden die Nächtigungszahlen wegen des neuen JUFA-Hotels auf der Hochrindl sicher ansteigen", so Unterweger.
Auch die Gemeinde Reichenau musste Einbußen bei den Übernachtungen hinnehmen, und zwar im Ausmaß von 6,7 Prozent. "Erstens wird wegen der Wirtschaftskrise gespart, zweitens wird die Aufenthaltsdauer kürzer und drittens erfolgen die Buchungen viel kurzfristiger - und wenn die Schneelage nicht passt, bucht man halt woanders", sagt Bürgermeister Karl Lessiak. Er betont, dass die Gemeinde sich bemüht, eine gute Infrastruktur zur Verfügung zu stellen und darüber hinaus gemeinsame Aktivitäten mit den Tourismusbetrieben anzubieten.
Stadt als Nächtigungssieger
Das beste Resultat konnte die Stadtgemeinde Feldkirchen mit einem Plus von 6,1 Prozent einfahren. "Wegen des schönen Wetters im August und im September sind die Gäste länger geblieben", sagt Vizebürgermeister, Tourismusreferent Robert Schurian. Wichtig für den Erfolg sei der hohe Anteil von Stammgästen, der vor allem dem persönlichen Engagement der Vermieter zu verdanken sei. "Grundsätzlich ist das Gesamtpaket für den Erfolg ausschlaggebend. Wir bieten Berge und Seen mitten in Kärnten, und unsere Kulturveranstaltungen sind weit über die Grenzen hinaus bekannt", so Schurian. Nichtsdestotrotz würde ein Stadthotel in der Angebotspalette fehlen und wäre "dringend notwendig".
Features
FAKTEN
Bezirk Feldkirchen. 1.112.423 Nächtigungen, das ergibt ein Minus von 1,1 Prozent
Gemeinden einzeln.
Albeck. 20.325 (-12,0 Prozent)
Feldkirchen. 158.165 (+6,1 Prozent)
Glanegg. 6666 (+1,5 Prozent)
Gnesau. 16.489 (+3,7 Prozent)
Himmelberg. 8683 (-0,4 Prozent)
Ossiach. 322.723 (+0,6 Prozent)
Reichenau. 193.144 (-6,7 Prozent)
St. Urban. 48.033 (-20,9 Prozent)
Steindorf. 327.624 (+1,7 Prozent)
Steuerberg. 10.571 (-0,6 Prozent)
Kärnten gesamt. 12.409.453 (+1,2 Prozent)
Bezirke im Überblick.
St. Veit. 347.105 (+4,0 Prozent)
Spittal. 4.070.213 (+0,2 Prozent)
Klagenfurt-Stadt. 410.515 (+6,1 Prozent)
Klagenfurt-Land. 1.159.308 (+ 0,8 Prozent)
Villach-Stadt. 839.961 (+4,6 Prozent)
Villach-Land. 1.779.431 (+4,4 Prozent)
Hermagor. 1.439.284 (-0,3 Prozent)
Völkermarkt. 954.613 (+0,8 Prozent)
Wolfsberg. 296.600 (-3,9 Prozent)
Quelle. Landesstelle für Statistik










