Kein Geld für Fachhochschule aus Klagenfurt
Die Stadt Klagenfurt zahlt vorerst keine 350.000 Euro pro Quartal mehr an die Fachhochschule (FH) Kärnten. Auslöser ist der schon seit Monaten währende Streit um die FH-Standorte. Klagenfurt will Technik-Studien behalten.

Foto © Weichselbraun
Das Geld kommt aus unserem Budget und ich kann darüber verfügen", sagte Klagenfurts Wissenschaftsreferentin Andrea Wulz (Die Grünen) am Mittwoch anlässlich der Standort-Rochaden der Fachhochschule (FH) Kärnten. "Solange es keine Klärung bezüglich des Standortes Klagenfurt gibt, werde ich auch die üblichen Zahlungen nicht mehr leisten." Dabei geht es um 350.000 Euro aus dem Budget der Landeshauptstadt, die bis dato pro Quartal an die FH Kärnten geflossen sind.
Stein des Anstoßes ist, wie mehrfach berichtet, die Übersiedelung der technischen Studien (Medizintechnik, Netzwerk- und Kommunikationstechnik) von Klagenfurt nach Villach. Im Gegenzug soll dafür der Klagenfurter Standort die Sozial- und Gesundheitsstudien aus Feldkirchen erhalten. "Wir wollen nicht, dass die Technik-Studien nach Villach abgezogen werden. Zudem wehrt sich die Stadt Feldkirchen gegen die Schließung", sagt Wulz und gibt zu bedenken: "Woher sollen die finanziellen Mittel für den geplanten Standort auf dem Klinikum-Areal herkommen? Wir haben die nicht."
FH-Geschäftsführer Siegfried Spanz sieht das Ganze etwas anders. Erstens: "Wenn die Stadt Klagenfurt die Zahlungen einstellt, würde sie Vertragsbruch begehen." Zweitens: "Der Umzug der technischen Studienrichtungen ist ein gültiger Aufsichtsratsbeschluss. Die Geschäftsführung hat diesen umzusetzen." Und drittens: Für Spanz sei die Standortzusammenlegung eine "Win-win-Situation". "Klagenfurt wird künftig mehr Studierende bei gleichen Zahlungen haben. Alle werden profitieren", sagt Spanz.
Dass laut Wulz Studien zufolge Kärntner Studenten dann nach Wien oder Graz studieren gehen werden, hält Spanz für "absoluten Blödsinn". Den Rückgang der Anmeldungen für den Standort Klagenfurt, den Wulz beklagt, führt Spanz vielmehr auf den Umstand zurück, dass interne Diskussionen von bestimmten Personen in die Öffentlichkeit getragen würden. Dies führe zwangsläufig zu einem Minus bei den Anmeldungen.
Wulz fordert zudem mehr Information und eine Einbeziehung der Stadt in die laufenden Verhandlungen. "Ich bin für Gespräche offen. Außerdem sitzt ohnehin der Bürgermeister im Aufsichtsrat", sagt Spanz.












