"War mir sicher, dass ich wieder einmal gewinnen werde"
Sigi Grabner wollte ein Weltcuprennen noch vor seinem 37. Geburtstag gewinnen. Das ist ihm am Wochenende gelungen. Jetzt will er vor 40 eine olympische Medaille, am liebsten in Gold.
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Vor drei Jahren, 2009 auf dem Kreischberg, haben Sie das letzte Mal einen Snowboard-Weltcupbewerb gewonnen. Dann kam die Verletzung, permanente Schmerzen, bis Sie sich zur Sprunggelenksoperation entschlossen haben. Dann Pause und Reha. Wollten Sie nicht irgendwann aufgeben?
SIGI GRABNER: Nein, das war ein Tabu. Weil ich einfach Spaß habe, Spaß am Training, Spaß am Wettbewerb. Und ich habe immer an mich geglaubt. Ich war mir sicher, dass ich wieder einmal gewinnen werde. Ganz bestimmt sogar.
Und das ist Ihnen am vergangenen Samstag in Sudelfeld bei Bayrischzell auch in beeindruckender Manier gelungen . . .
GRABNER: Ja, ein Glücksgefühl. Weil mir auch alle Läufe fehlerfrei gelungen sind. Ich hab's heuer schon am Anfang der Saison gemerkt, dass es in diesem Winter wieder einmal klappen könnte. Ich hatte das richtige Gespür. Ich war wieder dabei, wie Sechster in Tellruide, Dritter in Carezza. Da habe ich mir gesagt: Heuer gewinne ich. Dass es so schnell passiert ist, war aber auch für mich erstaunlich. Denn aufs Podium zu fahren ist das eine, gewinnen aber etwas völlig anderes.
Noch dazu haben Sie im Duell der Generationen gewonnen. Im Finale den 20-jährigen Mathies geschlagen. Ist der Grabner so gut, dass er alle schlägt, wenn er halbwegs fit ist.
GRABNER: Ich will mich jetzt nicht auf ein Podest heben. Aber vielleicht bin ich ein bisschen eine Ausnahmeerscheinung im Snowboardsport. Dass ich noch so gut mithalten kann, freut mich umso mehr.
Das war aber auch Ihre Voraussetzung zum Aufhören. Ein Rücktritt käme für Sigi Grabner nur als Sieger infrage. Davon ist aber auch keine Rede mehr.
GRABNER: Nicht unbedingt. Ich wollte vor meinem 37. Geburtstag ein Weltcuprennen gewinnen. Das ist mir gelungen . . .
. . . das heißt, jetzt muss es vor Ihrem 40. noch ein Olympiamedaille her.
GRABNER: Ganz recht. Ich sehe, dass es geht. Dass ich mich nie quälen muss, weil mir alles so viel Spaß bereitet. Und deshalb ist Olympia in Sotschi mein erklärtes Ziel. Da will ich hin, da will ich eine Medaille holen. Natürlich am liebsten in Gold.
Ein weiter Weg, aber machbar oder?
GRABNER: Klar ist das machbar. Alles Schritt für Schritt. Heuer stehen keine großen Highlights an. Der Gesamtweltcup wäre doch ein tolles Ziel. Warum nicht.
Features
Zur Person:
Siegfried Grabner
Geboren: 4. Februar 1975 in Ebene Reichenau.
Wohnort: La Massana (Andorra)
Hobbies: Klettern, Radfahren
Erfolge: Snowboard-Weltmeister Kreischberg 2003, Olympia-Bronze 2006, 14 Weltcupsiege
















