"Ich setze mich gern für andere ein"
Die neue Feldkirchner Stadtamtsdirektorin Silvia Schwarz über ihre Mutterrolle, ihr Selbstverständnis und ihre Berufung zur Anwältin.
S ie wurden kürzlich zur Feldkirchner Stadtamtsdirektorin ernannt. Wenn Sie, wie Ihr Vorgänger, in dieser Funktion in Pension gehen, was müssen Sie erreicht haben, um zufrieden auf Ihre Amtszeit zurückzublicken?
SILVIA SCHWARZ: So weit habe ich zwar noch nicht in die Zukunft geblickt, aber ich muss das Gefühl haben, dass in Feldkirchen etwas weitergegangen ist und die Bürger mit meiner Arbeit zufrieden sind und waren. Es gibt in Feldkirchen zwar viele positive Entwicklungsansätze, aber wer sagt, dass alles perfekt ist, der ist seiner Zeit hinten nach.
Ihre künftige Aufgabe ist wahrscheinlich nicht einfach: Welche Fähigkeiten und Stärken bringen Sie mit?
SCHWARZ: Von der fachlichen Seite her kann ich ein abgeschlossenes Jusstudium und die abgelegte Rechtsanwaltsprüfung vorweisen. Persönlich bringe ich ein großes Maß an Verhandlungsgeschick und Einfühlungsvermögen mit. Das ist meiner Meinung nach besonders wichtig, da ich viel Kontakt zu den unterschiedlichsten Menschen haben werde.
Worin sehen Sie Ihre Aufgaben?
SCHWARZ: Ich sehe mich als Vorstand eines Hilfsapparates, der den politischen Parteien zur Seite steht sowie für die Bürger da ist. Mein genauer Aufgabenbereich ist in der Allgemeinen Gemeindeordnung genau geregelt.
Warum glauben Sie, fiel die Wahl des künftigen Stadtamtsdirektors gerade auf Sie?
SCHWARZ: Das müssen Sie die Entscheidungsträger fragen. Was mir wahrscheinlich zugutegekommen ist, war, dass ich schon öfters in der Stadtgemeinde juristisch ausgeholfen habe und daher meine Arbeitsweise und mein Stil bekannt waren.
Ihr Vorgänger hat Ihnen ein paar "Baustellen", wie etwa den "Bleiprozess", überlassen. Haben Sie sich mit diesem Fall schon auseinandergesetzt?
SCHWARZ: Davon kenne ich die Grundzüge, bin aber noch nicht näher involviert. In meiner Funktion muss man aber manchmal leider auch unpopuläre Maßnahmen treffen. Letztendlich entscheidet aber der Gemeinderat, und auch die Haftpflichtversicherung redet ein Wörtchen mit.
Sie haben auch schon mit Ihrem Vorgänger zusammengearbeitet. Beschreiben Sie Hans Sampl?
SCHWARZ: Ich habe ihn als sehr ruhigen und besonnenen Menschen mit großem Fachwissen kennengelernt. Negative Seiten konnte ich in der kurzen Zeit unserer Zusammenarbeit nicht erkennen.
Sie waren bis vor Kurzem noch in Mutterschutz. Wie vereinbaren Sie Familie und Beruf?
SCHWARZ: Mit einer tollen Familie. Die Großeltern und mein Mann kümmern sich gerne und intensiv um meinen Sohn. Wenn man will, dann ist die Doppelbelastung von Beruf und Familie bewältigbar.
Warum haben Sie sich eigentlich für ein Jurastudium entschieden?
SCHWARZ: Ich habe mich immer schon gerne für andere eingesetzt. Im Gymnasium mussten wir im Rahmen eines Aufsatzes einmal ein Plädoyer verfassen. Das war dann der letzte Kick.
Als Stadtamtsdirektorin sollte man sich in Feldkirchen gut auskennen. Wie gut kennen Sie sich aus? Auf welcher Seehöhe liegt Feldkirchen und wie viele Einwohner hat die Stadt?
SCHWARZ: Feldkirchen liegt auf rund 550 Metern und hat an die 13.000 Einwohner. (Anm. d. Red.: Feldkirchen liegt auf 554 Meter Seehöhe und hat 14.314 Einwohner). INTERVIEW: HANNES STEINMETZ











