"Wichtig, über Region hinaus zu schauen"
"kärnten:mitte" hat einen zweiten Regionalmanager. Andreas Duller betreut nun Holzstraße und Hemmaland. Mit der Kleinen Zeitung sprach er über seine Ziele und die Chancen, die er in Mittelkärnten sieht.
S ie sind - neben Gabriele Meßner-Mitteregger - als zweiter Regionalmanager in der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) kärnten:mitte tätig. Wie gefällt Ihnen Ihr neuer Job?
ANDREAS DULLER: Ich betreue nun ein größeres Einzugsgebiet und mir steht eine breitere Themenvielfalt zur Verfügung als früher. Die Arbeit ist spannend und ich bin von Anfang an sehr gut aufgenommen worden. Es gibt viele engagierte Leute, die in der Region leben und diese vorantreiben wollen. Das stimmt mich positiv.
Wie wollen Sie die Region kärnten:mitte weiterentwickeln?
DULLER: Eine Chance liegt meiner Meinung nach in gemeindeübergreifenden Projekten. Die Bezirke St. Veit und Feldkirchen sollen durch unsere Arbeit einander nähergebracht werden. Zu meiner Aufgabe gehört es auch, Projekte für die Region zu initiieren oder bei der Entwicklung dieser behilflich zu sein. Ab und zu muss man auch Härte zeigen und Projekten, die nicht so nachhaltig sind, eine Absage erteilen.
Welche Projekte schweben Ihnen künftig vor?
DULLER: Wir sind gerade dabei, die Marke "Berg-Nockholz" samt Gütesiegel aufzubauen. Wir wollen damit auf die Ressource Holz aufmerksam machen - von Zirbe, Fichte und Lärche. Ich nenne die Baumarten immer die drei "Mädels". Mit dieser Marke wollen wir eine regionale Wertschöpfung erreichen, aber den Leuten auch vermitteln, dass qualitative Arbeit ihren Preis hat. Damit können wir Arbeitsplätze sichern. Genehmigt wurde auch das Projekt "Mystische Erlebniswege in Eberstein", das wir unterstützen. Für Jänner 2012 planen wir eine neue Ausstellung im Totentanzmuseum Metnitz.
Gerade im Verein Kärntner Holzstraße, für den Sie jetzt zuständig sind, hat sich in den vergangenen Jahren nicht viel getan. Wird das anders?
DULLER: Das stimmt. Wir haben künftig aber weitere Projekte dort geplant, um die Chance zur Entwicklung in dieser Region auch wirklich nutzen zu können.
Ein Thema in Mittelkärnten ist auch immer der Tourismus. Da gibt es mehrere Verbände. Wäre es nicht sinnvoller, diese zusammenzuschließen?
DULLER: Wenn ich mir das wünschen könnte, wäre eine Zusammenarbeit logisch. Wir müssen aber das neue Tourismusgesetz abwarten. Der Bereich Tourismus ist nur ein Teil der Regionalentwicklungsarbeit. Wir wollen nun vermehrt die Bereiche Energie und Holz forcieren. Ein weiterer Unterschied ist, dass Tourismusarbeit langfristig ausgerichtet sein muss. Wir setzen gezielter Impulse, damit sich einzelne Projekte einmal selber erhalten können.
Der Bevölkerungsrückgang im ländlichen Raum ist ein Problem. Wie sehen Sie diese Entwicklung?
DULLER: Es werden überall immer wieder die gleichen Fragen gestellt, wie: Wie können wir Post, Nahversorger oder Busverbindung erhalten? Deshalb ist es wichtig, über die Region hinauszuschauen, um passende Projekte dafür - bei uns vor allem im Gurk- und Görtschitztal - anbieten zu können.












