Wettersturz mit Sturm und Schnee in Kärnten
Temperaturen purzelten innerhalb von 24 Stunden um über 20 Grad. Schnee fiel in weiten Teilen Kärntens bis in die Täler herab und führte zu Behinderungen im Straßenverkehr. In Klagenfurt wurden Straßen überflutet.
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In Bodensdorf riss Windböe eine 30 Meter hohe Fichte um. Sie stürzte auf ein Wohnhaus. Ab heute wieder Wetterbesserung.
Vor ein paar Tagen haben Polizisten im Klettergarten in T-Shirts ordentlich geschwitzt, jetzt haben wir hier allertiefsten Winter. Es liegen an die 20 Zentimeter Schnee", erzählt Heinz Worofka, Geschäftsführer des Schigebiets Klippitztörl. "Um sechs Uhr früh hatte es am Freitag noch acht Grad, eine gute Stunde später waren es nur noch eineinhalb Grad."
Es ist der Kontrast, der den Touristiker genauso verblüfft wie den Meteorologen. "In Villach haben wir am Donnerstag Nachmittag 24,5 Grad gemessen. Freitag um die gleiche Zeit hatte es gerade noch 0,8 Grad", sagt Gerhard Hohenwarter von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik. "Das ist ein Temperatursturz von fast 24 Grad!" Erläuternd fügt der Meteorologe hinzu: "Beides ist für Anfang Oktober ungewöhnlich: das Badewetter mit 25 Grad und die 30 bis Zentimeter Schnee am Dobratsch. Und das dann noch innerhalb eines Tages!"
Das Gebiet zwischen Villach und Velden bildete gestern den Schwerpunkt der Schneefälle in Tallagen. "Im Lauf des Tages zog die Front mit Blitz und Donner Richtung Osten", sagt Hohenwarter. "Von Althofen bis Eisenkappel hat es überall ein bisschen geschneit." Sogar in Klagenfurt ging der Regen in Schneeregen über, das Kreuzbergl war für ein paar Stunden angezuckert.
Winterlich wurde es vor allem in den Bergen. "Am stärksten schneite es in den Karawanken und den Nockbergen", sagt Hohenwarter. "In Höhen von über 2000 Meter kamen bis zu 40 Zentimeter zusammen." Das ist mehr als in den höher gelegenen Regionen Oberkärntens. Das Nassfeld schaffte "nur" 20 Zentimeter. "Dort war es mit dem Schnee am Nachmittag wieder vorbei", sagt der Meteorologe.
Dass Schnee im Oktober gerade in mittleren Höhen seine Tücken hat, erlebte Heinz Worofka, als er gestern Nachmittag mit dem Auto aufs Klippitztörl fuhr. "Das Problem war nicht so sehr der Schnee auf der Straße, sondern was sich daneben abspielte", erzählt der Touristiker. "Bäume brachen unter der Last des Schnees von links und rechts auf die Straße herunter. Ich bin gerade noch durchgekommen."
Baum stürzte auf Haus
Von einem umstürzenden Baum erheblich beschädigt wurde in Bodensdorf am Ossiacher See ein Einfamilienhaus. Auslöser war in diesem Fall nicht Schnee, sondern Sturmböen, berichtet Michael Maurer, Kommandant der FF Bodensdorf. Es war gegen acht Uhr früh, als eine 30 Meter hohe Fichte auf das Dach des Hauses fiel. "25 Männer der Feuerwehren Bodensdorf und Steindorf waren mit Motorsägen und Seilwinden im Einsatz", sagt Maurer. "Verletzt wurde zum Glück niemand."
Der Wintereinbruch führte auch zu Behinderungen im Straßenverkehr. Wegen hängen gebliebener Autos wurde der Loiblpass für den gesamten Verkehr gesperrt. Im Bereich der Pack stürzten Bäume auf die Autobahn; ein Fahrstreifen musste gesperrt werden. Auf der Tauernautobahn zwischen Villach und Spittal blieb der Schnee kurzzeitig liegen. Für höher gelegene Bergstraßen wurden Ketten verordnet. Damit dürfte es aber bald wieder vorbei sein (siehe Wetterprognose rechts).
In Klagenfurt war es weniger der Schnee, sondern die enormen Regenmengen, die für Probleme sorgten. So stand in der Unterführung in der Villacher Straße das Wasser fast einen halbem Meter hoch.
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Leicht angezuckert: Bad KleinkirchheimFoto © panoramablick.com
Österreich
Kälteeinbruch
Auf der Turracherhöhe (1795 Meter Seehöhe) lagen Freitag gut zehn Zentimeter Neuschnee. Die Messwerte setzten zum Sturzflug an. In Villach sank die Temperatur von 24,5 auf 7,3 Grad. Ebenfalls beeindruckend: St. Jakob in Defereggen von 19,3 auf 0,2 Grad.













