Statt der Algen schwimmen nur die Badegäste im See
Aufgrund des schlechten Wetters der vergangenen Wochen ist der Ossiacher See weitgehend algenfrei. Die Einsätze der Algenboote gingen um 80 Prozent zurück.
Schwimmer im Ossiacher See wurden heuer bisher nur selten von an der Wasseroberfläche treibenden Algenfladen belästigt. "Unsere Beobachtungen und Befragungen der Anrainer zeigen, dass es heuer deutlich weniger Algen an der Oberfläche gibt als im Vorjahr", bestätigt Lieselotte Schulz vom "Kärntner Institut für Seenforschung".
Für diesen Umstand nennt die Biologin zwei mögliche Ursachen: "Erstens führen Regenfälle, Wind und Wellen dazu, dass die Algenfladen zerschlagen werden und absinken, bei schönem Wetter wachsen sie aber wieder nach." Zweitens könnten durch die Maßnahmen, die bereits gesetzt wurden, spürbare Verbesserungen erzielt worden sein. Seit dem Jahr 2007 wird im Herbst und Winter Schlamm abgesaugt. Diese Schlammabsaugungen werden mit einem speziellen Boot, auf dem sich ein Saugbagger befindet, durchgeführt. Allerdings betont Schulz, dass "biologische Reaktionen nur sehr langsam" vor sich gehen. Außerdem wurde das Modul "Flutung des Bleistädter Moors", von dem sich Schulz einiges erwartet, bisher nicht verwirklicht. Die Pläne dazu liegen, so Schulz, bereits fertig auf dem Tisch, derzeit werde noch mit einigen Eigentümern über Grundablösen verhandelt.
Verhandlungen im Herbst
Bezüglich der weiteren Vorgangsweise, was die Beckenflutung betrifft, sagt Franz Kienleitner, der vonseiten des Landes Kärnten Koordinator des Projektes "Sanierung Ossiacher See / Bleistädter Moor" ist: "Im Herbst finden die wasserrechtlichen und die naturschutzrechtlichen Verhandlungen statt." Wenn alles planmäßig läuft und keine Einsprüche erhoben werden, könnte im Sommer 2012 mit der Gestaltung des Vorlandes begonnen werden. "Das langsame Fluten des Bleistädter Moores würde dann frühestens im Herbst 2012 beginnen", so Kienleitner.
Mit Sonne kommen Algen
Auch Norbert Schwarz, Geschäftsführer des "Wasserverbandes Ossiacher See", bestätigt den Rückgang der Algen an der Wasseroberfläche: "Im Vergleich zum Vorjahr gab es bisher um 80 Prozent weniger Einsätze unserer Algenboote. Im heurigen Sommer mussten sie bisher insgesamt erst 15 Mal ausrücken." Allerdings ist nach seiner persönlichen Einschätzung der Anteil des Projektes "Sanierung Ossiacher See" an diesem Erfolg noch sehr gering.
"Weil es weniger Sonnenstunden gab und durch die Trübung des Wasserkörpers war das Algenaufkommen gering - wenn die Sonne scheint und das Wasser klar ist, fahren die Algenboote wieder aus", so der Geschäftsführer des Wasserverbandes.











