Eine Stadt "versinkt" in Lebensmitteln
Neun Lebensmittelgeschäfte gibt es in Feldkirchen bereits, zwei weitere sind demnächst geplant. Experten sprechen von einem Überangebot.
Neun Supermärkte gibt es in Feldkirchen bereits. Und gerade auf der Bundesstraße liegen die Standorte der unterschiedlichen Supermärkte nur innerhalb weniger Meter. Mit dem geplanten Billa an der Turracher Straße und einem weiteren Supermarkt, der für das neue Einkaufszentrum auf den DomenigGründen mit eingeplant ist, kommen weitere zwei hinzu.
Vonseiten der Feldkirchner Wirtschaftskammer spricht man bereits jetzt von einem Überangebot. Gegen diesen "Kampf der Giganten", wie es einst Gunter Duschlbaur, Geschäftsstellenleiter der Wirtschaftskammer Feldkirchen, bezeichnete, ist man laut Gesetz aber machtlos. "In Österreich herrscht Wettbewerbsfreiheit. Wer also im Handel an einem gewissen Standort sein Glück versuchen will, darf das auch", sagt Nikolaus Gstättner, Spartengeschäftsführer Handel der Wirtschaftskammer Kärnten. Dass unterschiedliche Konzerne oder Firmengruppen in den einzelnen Städten, wie in Feldkirchen, miteinander konkurrieren, ist daher nicht auszuschließen. Voraussetzung für die Errichtung eines Supermarktes ist nur, dass die Fläche dementsprechend von der Gemeinde gewidmet ist. "Im Grunde genommen dürften sich so viele Supermärkte in einer Stadt ansiedeln, wie freie Gewerbeflächen zur Verfügung stehen", sagt Gstättner.
Verdrängungswettbewerb
Dass zu viele Supermärkte oder Handelsflächen in einer Stadt nicht immer förderlich sind, zeigen die aktuellen Zahlen: "In Österreich ist im Handel derzeit ein Überangebot vorhanden", sagt Gstättner. Zwei Quadratmeter Verkaufsfläche stehen jedem Einwohner zur Verfügung. Zum Vergleich: "In Deutschland wird bereits ab einer Verkaufsfläche von 1,3 Quadratmetern pro Einwohner von einer 30-prozentigen Überkapazität gesprochen", so Gstättner.
Wenn Konkurrenz im Spiel ist, herrscht bekanntlich auch ein Verdrängungswettbewerb. "Zusätzliche Gewerbeflächen setzen die Nahversorger in den umliegenden Gebieten einer Stadt unter Druck und riskieren einen Zusammenbruch der örtlichen Nahversorgung", erklärt Gstättner.
Appell an Politik
Die Sparte Handel versucht den Trend, dass immer mehr grüne Wiesen in den Städten zu Gewerbeflächen umgewidmet werden, zu stoppen. Ab einer Handelsfläche von 600 Quadratmetern, wie zum Beispiel bei einem Einkaufszentrum, muss die Widmung zwar gesondert vom Raumordnungsbeirat genehmigt werden, aber: "Da werden wir aber meistens überstimmt", sagt Gstättner. Appellieren kann man laut Gstättner nur an die Politiker: "Wir halten ihnen auch immer wieder vor, dass zusätzliche Gewerbeflächen die Geschäfte in der Innenstadt gefährden können", so der Spartenobmann.












