Kein Platz für Diskussion um Alkoholverbot
St. Veit will über ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen nachdenken. Spittal hat es mit 1. Juli bereits eingeführt. In Feldkirchen zögern Politiker und Polizei diesbezüglich.
In Spittal gilt seit Juli ein allgemeines Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen, auch wenn dieses derzeit noch nicht exekutiert wird. In St. Veit wird ebenfalls aktuell über ein Alkoholverbot diskutiert. Da es auch in Feldkirchen immer wieder Probleme mit betrunkenen Randalierern gibt, fragte die Kleine Zeitung nach, wie Politiker und Polizei dem gegenüberstehen.
Bürgermeister Robert Strießnig (SPÖ) sieht derzeit keine Notwendigkeit für eine solche Vorgangsweise: "Genauso wenig, wie man die Augen vor Problemen verschließen soll, sollte man nicht jedes Problem einer anderen Stadt nach Feldkirchen transferieren." Ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen sei seiner Meinung nach nur dann sinnvoll, wenn "man auch die Kontrolle und Durchsetzbarkeit sowie die damit verbundenen Kosten in Relation zum gewünschten Effekt berücksichtigt".
Vizebürgermeister Robert Schurian (FPK) sagt, dass in seiner Partei immer wieder über dieses "schwierige Thema" gesprochen wird. Er hält aber nichts davon, die "Jugendlichen von einem Eck ins andere zu verjagen", weil diese bei einem Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen "woanders weitertrinken" würden. Bei den Randalierern würde es sich nur um "einige wenige, die alle polizeibekannt sind", handeln. Schurian möchte das "Übel an der Wurzel" anpacken: "Eine Disco zuzusperren ist auch keine Lösung - jetzt haben die jungen Leute, die friedlich fortgehen wollen, in Feldkirchen keine Möglichkeit mehr."
Für Stadtrat Martin Treffner (ÖVP) ist der "Jugendschutz absolut wichtig", aber das Verbieten ist seiner Meinung nach keine Lösung, weil "ein Verbot die Sache mit einem Anreiz versieht". Er will sich zuerst die Erfahrungswerte aus Spittal anschauen, inwieweit dort durch die gesetzten Maßnahmen eine Verbesserung erzielt werden konnte.
"Eine Verlagerung"
Treffner findet es sehr wichtig, auch Eltern und beratende Stellen einzubinden, um über dieses Thema auf breiter Basis zu diskutieren: "Bei den Gesundheitstagen Anfang Oktober wird es einen Schwerpunkt zum Themenkreis ?Jugendschutz und Alkohol' geben." Arnold Haberl, Kommandant der Polizeiinspektion in Feldkirchen, ist der Meinung, dass ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen nur zu einer Verlagerung des Problems führen würde. Die Durchsetzbarkeit eines solchen Gesetzes sei "eine Frage des Aufwandes und der Zeit". In den vergangenen Wochen gab es nach seinen Angaben weniger Probleme mit Betrunkenen im Stadtgebiet. "Gründe dafür sind die Urlaubszeit und private Festlichkeiten. Es kann aber auch mit der Schließung der Disco ?Tina' zu tun haben - das wird aber erst die Evaluation im Herbst zeigen", so Haberl.
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FAKTEN
Nachbarbezirke. In Spittal wurde vom Gemeinderat ein Alkoholverbot abgesegnet. Derzeit hat man dort das Problem, dass es niemand exekutieren kann/darf; in St. Veit will die FPK bei der nächsten Gemeinderatssitzung einen diesbezüglichen Antrag stellen. Die SPÖ will sich der Diskussion nicht verschließen
Bezirk. In Feldkirchen gab es zuletzt Probleme um eine Innenstadt-Disco. Behörde verhängte Betriebszeitbeschränkung. Das Lokal wurde daraufhin geschlossen












