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Zuletzt aktualisiert: 04.08.2011 um 12:22 UhrKommentare

"A gmahde Wiesn" ist die Mäh-Arbeit auf der Alm nicht

45 Grad steile Hänge, ein Weiterkommen ist teils nur auf allen Vieren möglich: Die Heumahd auf der Grubenbaueralm in den Nockbergen ist eine Herausforderung. Kommenden Samstag ist es wieder so weit.

Spaß statt Arbeit. Rita und Amelie Bernleiter, Annalisa Gruber und Jasmin Berger verwenden das frisch gemähte Almheu auf ihre eigene Art

Foto © GraimannSpaß statt Arbeit. Rita und Amelie Bernleiter, Annalisa Gruber und Jasmin Berger verwenden das frisch gemähte Almheu auf ihre eigene Art

Wenn Franz Gruber aus Winkl oberhalb von Reichenau zur Almheumahd ruft, dann geht es zu wie eh und je. Von überall her kommen Freunde und Verwandte auf die Grubenbaueralm im Nockgebiet und helfen dem Bergbauern bei der beschwerlichen Arbeit.

Immer verbunden mit dem sogenannten Almheumahdfest am ersten Samstag im August, geht es mit Sensen und Rechen bewaffnet die steilen Hänge zum Simmerleck hoch. Die Kleine Zeitung machte schon einige Tage vorher den Eignungstest, um sich im steilen Gelände als Mäher zu bewähren. Dass das nicht einfach sein wird, war schon beim Anblick der mehr als 45 Grad steilen Wiesen klar. Schritt für Schritt ging es höher. Langsam stießen die Knie an das Gelände, sodass ein Weiterkommen nur mehr auf allen Vieren möglich war.

Abgekullert

Gruber, der in der Vertikalen erprobt ist, zeigt weiter nach oben. Auch die Rinnen sind zu mähen, der Anstieg dorthin ist aber nichts für nicht Schwindelfreie. So gibt Gruber zu, dass hier schon vier Mäher abgekullert sind. Sogar ein Fotograf, der Fotos von der Arbeit machen wollte, sah sich ungewollt 100 Meter tiefer. "Zum Glück ist dabei aber nie etwas Ernstes passiert. Trotzdem muss vor allem im oberen Teil mit großer Vorsicht gemäht werden", weiß der Bergbauer. Aber gerade hier gibt es den größten Artenreichtum an Kräutern und Blumen. Hier im steilsten Gelände kommt außer ein paar Gämsen kein Vieh hin. Alle zwei Jahre wird alternierend einmal die eine Fläche, dann wieder die andere Fläche gemäht. Das führt dazu, dass laut Gruber die Artenvielfalt des hier gewonnen Heus unvergleichbar ist. Wer auf dieses aus ist, der benötigt neben Trittsicherheit aber auch den geschickten Umgang mit der Sense.

Viele Helfer

Der Klang des Wetzsteins und das Zischen der Sensen, wenn sie durch das Gras streichen, werden am kommenden Samstag schon früh am Morgen zu hören sein. Denn vor dem Fest, das um 10 Uhr beginnt, muss die Arbeit erledigt werden. Aber es mangelt ja nicht an Helfern, für die Gruber dankbar ist.

ROBERT GRAIMANN

Das Fest

Almmahdfest. Findet am kommenden Samstag ab 10 Uhr auf der Grubenbaueralm im Nockgebiet statt

Bus-Shuttledienst. Wurde eingerichtet und fährt ab der Kehre 49 unterhalb der Priesshütte

Mahd. Gäste können sich auch selbst im Mähen versuchen. Ab 6 Uhr in der Früh ist eine aktive Teilnahme an der Almmahd möglich

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