Farben der Provence, Zahlen aus Kärnten
Der Carinthische Sommer 2011 hat begonnen. Standesgemäß bei 35 Grad. Mit vielen guten Wünschen, einiger Skepsis und erstmals mit Eröffnungsfest in Villach.

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Eine Festivaleröffnung zum 65. Geburtstag! Villachs Bürgermeister Helmut Manzenreiter konnte sich gestern auch im Glanz des Carinthischen Sommers sonnen.
"Hallo," warf Bundespräsident Heinz Fischer in die Runde, nachdem er die Skulptur "Wir Villacher Kinder" von Bruno Gironcoli auf dem Europapark vor dem Congress Center enthüllt hatte. Vor Jahren hatten sich Erich und Judith Walker in das Werk verliebt und es mit dem Tieflader nach Kärnten gebracht. Jetzt steht die von der Stadt Villach angekaufte Skulptur dort, wo Gironcoli sie haben wollte.
Wo der Carinthische Sommer in Zukunft stehen wird, darüber machte sich Intendant Thomas Daniel Schlee Gedanken. "In einer immer stärker aufblühenden Festivallandschaft hat der Carinthische Sommer nur eine Chance, indem er die entsprechenden Mittel bekommt, sich zu entwickeln", meinte Schlee (siehe rechts). "Das Gegenteil ist der Fall", sprach er die Subventionskürzung durch das Land (16 Prozent) an. Und auch der Bürgermeister von Ossiach, Josef Huber, bat das Land, "auch künftig die erforderlichen Mittel zur Verfügung zu stellen".
Landeshauptmann Gerhard Dörfler - der Kultur- und Finanzreferent ward nicht zu sehen - versprach, "dass der finanzielle Rahmen gesichert bleibt", nannte Ossiach eine "göttliche Spielstätte" und Schlee einen "Sir der Kultur".
"Wie Sie an meiner Krawattenlosigkeit sehen: ich bin Wissenschaftler", holte sich Festredner Josef Penninger die Aufmerksamkeit der Festgäste. Der Genetiker mit der "Frisur wie nach einem Kindergeburtstag" betonte die Wichtigkeit von Spielplätzen der Kreativität und erzählte von der Entdeckung des Gens für Synästhesie: "Also für die Fähigkeit, zwei oder mehr verschiedene Sinne gleichzeitig wahrzunehmen. Menschen mit dieser Fähigkeit empfinden etwa Worte als Farben oder Klänge als Bilder."
Das ist keine Erklärung dafür, dass die einen die Zukunft rosig sehen und die anderen weniger. Aber der französische Botschafter Philippe Carré sah jedenfalls die Bühnendekoration in den Farben der Provence, die Militärmusik unter Vizeleutnant Lanzer spielte mit den Musikfarben der "Suite Française" von Darius Milhaud. Walburga Litschauer begrüßte erstmals als carinthische Vereinsobfrau.
Und der Bundespräsident eröffnete "nach einem "carinthischen Frühling" (so Fischer in Anspielung auf die Lösung der Ortstafelfrage) den Sommer.










