Sie schwimmen täglich um Ihr Leben
Die Wasserrettung Bodensdorf ist bereits seit fünf Jahrzehnten im Einsatz. Die Organisation zählt rund 300 Mitglieder, das sind rund zehn Prozent der Steindorfer Gemeindebürger.
Es zieht ein Sturm über den Ossiacher See und die Wellen schlagen hoch - dann ist für die Wasserretter in Bodensdorf höchste Alarmstufe. Meist sind es überforderte Segler oder Schwimmer, die sich zu weit hinausgewagt haben und die dann aus der Seenot zu retten sind.
Schon ein halbes Jahrhundert ist die Wasserrettung Bodensdorf im Einsatz, immer von ihrer Zentrale, dem Strandbad, aus. Wer schon einmal die "Dienste" der Wasserretter in Anspruch genommen hat, der wird froh sein, dass es diese gibt. 300 Mitglieder, also fast zehn Prozent der Bevölkerung der Gemeinde Steindorf, gehören zur Wasserrettung Bodensdorf. Darunter sind etliche unterstützende Mitglieder; doch mit 57 aktiven Wasserrettern ist die Ortsgruppe hervorragend aufgestellt. "Damit können wir am See vom 1. Juni bis 1. September, jeweils zwischen 9 und 19 Uhr, durchgehend Dienst verrichten und sind natürlich bei Bedarf auch außerhalb dieser Zeit im Einsatz", sagt Einsatzstellenleiter Karl Rednak.
Dass es immer wieder zu extremen Situationen kommen kann, zeigte der Einsatz vor 14 Tagen, als ein Badetoter zu beklagen war. Daher werden die Wasserretter bestens geschult, auch psychologisch. Das geht hin bis zu Spezialausbildungen wie die des Wildwasserretters oder Tauchretters. Dazu Rednak: "Neben den Kinderkursen, die es gibt, werden zehn Stufen der Ausbildung ,durchschwommen' - bis man ein komplett ausgebildeter Wasserretter oder eine Wasserretterin ist. Hier würde ich, neben der Ausrüstung, den größten Unterschied zu früher sehen."
Retten nach Bauchgefühl
So waren die Einsatzgerätschaften vor einigen Jahrzehnten noch einfach und man rettete nach Bauchgefühl. Heute stehen ein Motorboot mit 340 PS, Tauchlampen und mehrere komplette Tauchausrüstungen zur Verfügung. "Wir überlassen jetzt nichts mehr dem Zufall, sondern tun, wozu wir in der Lage sind", betont der Einsatzstellenleiter. Dazu gehören auch regelmäßige Fortbildungen für alle Wasserretter.
Schwimmhilfe
Einige Ratschläge am Beginn des Badesommers möchte der Einsatzstellenleiter den Badegästen mitgeben: "Wer weiter hinausschwimmt, sollte unbedingt eine Schwimmhilfe mitnehmen. Meistens führen Selbstüberschätzung und Unwissenheit oder die Fehleinschätzung des Wetters zu Notsituationen. Wichtig ist in dem Zusammenhang auch eine gewisse körperliche Fitness. Tragische Beispiele, bei Missachtung dieser Vorsichtsmaßnahmen, sind bei uns fast auf der Tagesordnung."
Features
FAKTEN
Wann. Gegründet 1961; vom 1. Juni bis 1. September ist die Einsatzstelle durchgehend von 9 bis 19 Uhr besetzt
Wo. Stützpunkt seit Beginn im Strandbad Bodensdorf
Wer. Die Wasserrettung zählt rund 300 Mitglieder, knapp 60 davon sind aktive Wasserretter











