Die Jugend zieht es in die Ferne
Viele junge Leute verlassen Feldkirchen, um in Großstädten wie Graz und Wien zu studieren oder zu arbeiten - und fehlen in der Heimat als Facharbeiter. Zwei "Auswanderer" erzählen, warum es sie in die Großstadt zog.
Täglich wandern sieben junge Menschen aus Kärnten ab, um in Großstädten wie Wien oder Graz ihr berufliches Glück zu suchen (die Kleine Zeitung berichtete). Von diesem kärntenweiten Trend ist der Bezirk Feldkirchen ebenfalls betroffen.
Die Folge: Der Wirtschaft gehen dadurch wertvolle Arbeitskräfte verloren. "Der Facharbeitermangel sowie der Mangel an Arbeitskräften im Tourismus sind eklatant", sagt Gunter Duschlbaur von der Wirtschaftskammer Feldkirchen. Auch bei der Betriebsnachfolge führt die Abwanderung zu Problemen.
Großkonzerne bevorzugt
"Die jungen Leute, die studiert haben, wollen den Betrieb der Eltern nicht übernehmen und arbeiten lieber für Konzerne in Großstädten", so Duschlbaur. Um den Ursachen dieser Entwicklung auf den Grund zu gehen, sprach die Kleine Zeitung mit zwei jungen Leuten, die Feldkirchen verlassen haben, um beruflich ihr Glück in der Ferne zu finden. Eine davon ist Christina Hülser. Sie studiert seit drei Jahren an der Fachhochschule Wien "Tourismusmanagement". Im kommenden Juni wird sie mit dem Titel "Bachelor" abschließen. "Für mich war es immer klar, dass ich in Wien studieren will", sagt die 22-Jährige, die fünf Sprachen beherrscht und bereits einige Auslandspraktika absolviert hat. Ab September möchte sie berufsbegleitend ein Masterstudium anschließen: "Ich werde mir einen Job im Controlling suchen." Die Karriere wird die junge Frau wohl nicht in die Tiebelstadt führen, eine Rückkehr aus privaten Gründen schließt sie jedoch nicht ganz aus: "Später, wenn ich selbst eine Familie habe, komme ich vielleicht nach Feldkirchen zurück."
Vergeblich beworben
Manuela Thamer, die in St. Nikolai bei Feldkirchen aufgewachsen ist und derzeit in Graz lebt, kann sich hingegen eine Rückkehr in die alte Heimat nicht mehr vorstellen: "Mich würde es eher noch weiter fort ziehen." Nach der Matura übersiedelte die junge Frau nach Graz, wo sie zunächst Psychologie studierte. Später entschied sie sich für ein Studium der Betriebswirtschaftslehre, welches sie auch abschloss. "Nach dem Studium habe ich mich auch in Kärnten bei vielen Firmen beworben, leider vergeblich", sagt die 32-Jährige.
In Graz arbeitet sie nun in der Datenbankauswertung einer Firma, die Blutgasmessgeräte herstellt. Zusätzlich betreibt sie ein Selbststudium im Softwareentwicklungsbereich. "Ich bin aufgrund meines sozialen Netzes wieder in Graz gelandet. Insgesamt sehe ich hier für mich mehr Lebensqualität", so Thamer.












