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Zuletzt aktualisiert: 30.04.2011 um 20:16 UhrKommentare

Mit dem Kater Felix geht das Spielzeug auf "Urlaub"

Für neun Wochen verschwindet im Kindergarten Albeck das Spielzeug. Trennungsschmerz wird durch eine Marionette gelindert. Projekt dient der Suchtprävention.

M orgen startet, bereits zum neunten Mal, in Albeck das Projekt "Spielzeugfreier Kindergarten". Dieses Projekt soll emotionale und soziale Kompetenzen fördern sowie der Suchtprävention dienen.

"In den vergangenen Tagen räumten die Kinder die Spielsachen weg", sagt Margit Kraßnitzer, Leiterin des Kindergartens Albeck. Sukzessive bauten die Kleinen die Bauecke und die Puppenecke ab. Auch Fahrzeuge, Bücher und Kuscheltiere wurden in Schachteln verpackt. "Dann trugen wir alles in den ersten Stock in einen Abstellraum. Unsere Marionette, der Kater Felix, ging dabei voraus", so Kraßnitzer. Den Kater kennt die Gruppe, die aus 17 Kindern im Alter von zwei bis sechs Jahren besteht, bereits sehr gut, weil er die Kinder das ganze Jahr über besucht. Im Zuge der vergangenen "Wegräumwoche" wurden die Kinder darauf vorbereitet, dass ihr Spielzeug jetzt neun Wochen lang "Urlaub" machen wird. Im Gruppenraum bleiben nur Möbel, Decken und Pölster sowie Zeichenblätter und Stifte. Der Spielplatz sowie der Turnsaal dürfen aber weiterhin benutzt werden, außerdem gibt es jede Woche zwei "Wald- und Wassertage" für Kleingruppen von sechs bis sieben Kindern.

Kinder werden aktiv

Die Leiterin des Kindergartens schildert den typischen Ablauf des ersten Tages ohne Spielsachen: "Die älteren Kinder kennen das schon. Sie beginnen gleich damit, aus Decken und Tischen Höhlen zu bauen. Die Neuen schauen am Anfang nur zu." Besonders beliebt sind Rollenspiele, durch welche die Sprache gefördert wird. Die Kindergartenpädagoginnen bieten "keine Animation, sondern nur Unterstützung". Das Projekt soll emotionale und soziale Kompetenzen fördern sowie der Suchtprävention dienen. Kraßnitzer über den zu erwartenden Erfolg: "Die Kinder wachsen zusammen, enge Freundschaften entstehen. Außerdem lernen sie, Frust auszuhalten." Für die Betreuerinnen stellen die kommenden neun Wochen eine große Herausforderung dar: "Wir müssen uns so weit zurücknehmen, dass die Kinder selbst aktiv werden."

Den Eltern wurde der Sinn des Projektes in persönlichen Gesprächen und mithilfe von Unterlagen nähergebracht. "Die Entwicklung von Eigeninitiative und Kreativität ist besonders wichtig", sagt die Leiterin des Kindergartens.

SUSANNE LAGGNER-PRIMOSCH

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