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Zuletzt aktualisiert: 12.02.2011 um 20:08 UhrKommentare

Höhenflug der privaten TV-Macher

Mit einer Reichweite von 100.000 Haushalten ist "Kult1" der größte private TV-Sender Kärntens, der via DVB-T zu empfangen ist. An seiner Spitze steht der Feldkirchener Fernsehpionier Gerhard Reiner.

Hoch hinaus will der Kärntner Privat-TV-Pionier Gerhard Reiner - hier auf seinem Sender auf dem Goldeck: Sein TV-Angebot "Kult1" können bis zu 100.000 Haushalte in Kärnten über DVB-T und Antenne empfangen. Reiners Partner Christian Rieder (links) - ein möglicher Nutzer von Reiners Sender, KT1-Geschäftsführer Frumlacher (rechts)

Foto © KK/Privat (2), StöflinHoch hinaus will der Kärntner Privat-TV-Pionier Gerhard Reiner - hier auf seinem Sender auf dem Goldeck: Sein TV-Angebot "Kult1" können bis zu 100.000 Haushalte in Kärnten über DVB-T und Antenne empfangen. Reiners Partner Christian Rieder (links) - ein möglicher Nutzer von Reiners Sender, KT1-Geschäftsführer Frumlacher (rechts)

Erste Versuche von Privatfernsehen in Österreich - neben dem ORF-Monopol - gab es 1997. Erst im August 2001 trat das Privatfernsehgesetz in Kraft, das ein bundesweites und drei regionale TV-Programme zuließ, am 1. Juni 2003 startete der erste terrestrische Privat-TV-Sender "ATV".

Einer der ersten, der sich in Kärnten für Privat-TV interessierte, war Gerhard Reiner (56), der in Feldkirchen ein Radio-Fernseh-Meister-Geschäft betreibt. Reiner installierte schon 1988 in Bad Kleinkirchheim das Kabelfernsehen "BKK-TV". Damals betrieb er noch eine Filiale in Radenthein und wollte "möglichst vielen Tourismusbetrieben bewegte Bilder ins Haus liefern". Mittlerweile ist er mit seinem "Kult1"-Sender Kärntens derzeit größter privater TV-Anbieter, der über DVB-T zu empfangen ist. Auch via Internet kann man das Programm begutachten.

Goldeck & Gerlitze

"Kult1" strahlt sein Programm seit April 2010 vom Goldeck und seit Anfang 2011 auch vom Gipfel der Gerlitze ab. Der Sender hat eine technische Reichweite von 100.000 Haushalten und ist über Kanal 43 zu empfangen.

Größer scheint "KT1" in Klagenfurt zu sein. Laut Homepage erreicht man 150.000 Haushalte via DVB-T. KT1-Geschäftsführer Bernhard Frumlacher erklärt das so: "Das ist ein Vorgriff auf unsere geplante Mit-Nutzung der Plattform von Reiner, die wir bald starten wollen." Derzeit gibt es ein (Steh-)Testbild von "KT1". Reiner sagt: "Auf meiner Plattform haben vier Anbieter Platz, KT1 ist nur einer davon."

Hobby wurde Beruf(ung)

Den Ausgang nimmt das "Kult1" Sendematerial von einem Server in Feldkirchen. "Selbst produziertes Fernsehen war und ist meine Leidenschaft. Längst ist das Hobby zum Beruf geworden", erzählt Gerhard Reiner. In seinem "BKK-TV" waren anfangs nur Standbilder und Ton erlaubt, ab 1997 bewarb sich Reiner um Lizenzen zum Bau von Senderketten und Programmbetrieb. 2002 errichtete er in Kleinkirchheim Österreichs erste private TV-Sendeanlage - in analoger Technik.

Der TV-Pionier scharrte ähnlich denkende Leute um sich, baute ab 2009 den Sender am Dach der Goldeckbahn-Bergstation und im Herbst 2010 jenen auf der Gerlitze, angebracht am "Englischen Turm" (der Steinturm). "Unser Verbreitungsgebiet reicht vom mittleren Möll- und Oberen Drautal bis ins Lavanttal. Funkschatten lassen leider nicht überall die Einstrahlung zu", erklärt Reiner, gleichzeitig auch Geschäftsführer der "BKK-TV"-Gesellschaft, der Lizenzinhaberin von "Kult1".

Programminhalt

Das Programm von "Kult1" wird vorproduziert, läuft sieben Tage "im Rad" und wird jeweils in der Nacht zum Donnerstag gewechselt. "Wir senden keine Nachrichten und Schrecklichkeiten, wahlkämpfende Politiker haben keinen Platz. Wir bieten Positives und Hintergrundberichte mit starkem regionalen Charakter", sagt Reiner zum Inhalt.

Produziert wird dieser von vielen freien Mitarbeitern. Ein Mann der ersten Stunde ist Christian Rieder aus Spittal, der mit seiner Firma "kreativ-film" viel Technik zur Filmherstellung einbrachte. Rieders erster Kunde war der ORF (2002), längst ist er weltweit für Sender wie ZDF, RTL oder Pro7 unterwegs, hat aber den regionalen Gedanken nie abgelegt.

Geplanter Ausbau

Zu den Kosten seines Sendebaus und -betriebes sagt Reiner wenig: "Dazuzahlen können wir uns nicht leisten. Beim Umsatz halte ich mich an ServusTV, da gibt es auch keine Zahlen. Natürlich haben auch wir Sponsoren und Werbekunden."

Reiner will nicht ruhen, er denkt schon an weitere Schritte: Er überlegt den Bau weiterer Sender und will Kooperationen mit privaten TV-Sendern in anderen Bundesländern eingehen.

HELMUT STÖFLIN

Kärntens private Fernsehsender

Laut Rundfunk & Telekom Regulierungs-GmbH (RTR) sind neben dem ORF folgende Kärntner Regionalsender tätig, die via DVB-T, Satellit, Kabel und Internet zu empfangen sind:

BKK-TV (Bad Kleinkirchheimer SAT-Kabelfernseh GmbH)

Kult1 (Bad Kleinkirchheimer SAT-Kabelfernseh GmbH)

KT1 Privatfernsehen GmbH, Klagenfurt

RKM Regional Kabel-TV Obervellach und Mölltal,

Kärnten TV (Bezirks-TV St. Veit Produktions- und Vertriebsges.m.b.H.)

Dazu kommen diverse Anbieter von regionalem Web-TV wie suedkaernten.tv, Lavanttal TV oder Kabel-TV Kötschach.

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