Asyl für Rehbock aus Berlin
Kitz lebte als ungebetener Gast in einem Berliner Schrebergarten. Jetzt ist der zahme Rehbock aufs Gut Aiderbichl in Kärnten übersiedelt.

Foto © SpikermannIm Garten von Carola Rose suchte Rudi nach Futter. Jetzt lebt der Rehbock in Kärnten.
Könnte Rudi sprechen, hätte er vor zwei Tagen noch gesagt: "Ich bin ein Berliner!" Und seit Dienstag würde es heißen: "Ich bin ein Kärntner!"
Rudi ist ein junger Rehbock, der vor wenigen Wochen im Schrebergarten von Carola Rose im Berliner Stadtteil Rudow auftauchte. Das zutrauliche Tier, das offenbar von Menschen aufgezogen worden war, fühlte sich im Garten der 54-jährigen Deutschen so wohl, dass es nicht mehr zum Fortgehen zu bewegen war. Blieb das Gartentürchen offen, unternahm Rudi einen Spaziergang in der Umgebung und kam bald wieder zurück. Das Kitz ließ sich gerne streicheln. Es suchte aber auch ungeniert nach etwas Fressbarem und nagte die Sträucher von Carola Rose kahl. Außerdem hinterließ Rudi überall sein "Geschäft".
Großes Risiko
Obwohl die Berlinerin Tiere mag, wurde ihr der zahme Gast bald zu viel. Sie suchte Rat bei der Polizei, bei Tierärzten und beim Forstamt. Aber bald war klar: Es ist ein Risiko, Rudi auszuwildern, weil er in der Freiheit wahrscheinlich allein nicht zurechtkäme. Erschießen oder einschläfern wollte Rose das Reh aber auch nicht lassen.
Die Lösung fand schließlich Michael Aufhauser, Gründer von Gut Aiderbichl, der auch in Micheldorf bei Friesach einen Gnadenhof für Tiere innehat. "Wir verfügen über ein fünf Hektar großes Wildgehege, in dem es genug Platz für Rudi gibt", sagte Aufhauser zur Kleinen Zeitung.
Am Montag trat Rudi in Begleitung von Gut Aiderbichl-Verwalter Hans Wintersteller die Reise von Berlin nach Kärnten an, wo er wohlbehalten eingetroffen ist.











