Wenn Menschen und Autos in Frieden leben
In Feldkirchen wird dem "Shared Space"-Gedanken schon seit 1996 erfolgreich Rechnung getragen. In der 10.-Oktober-Straße gibt es keine Zebrastreifen - man nimmt gegenseitig Rücksicht.
Bei Verkehrsplanern und Autofahrern in ganz Österreich ist der Begriff "Shared Space" derzeit das Schlagwort der Stunde. Das Konzept, das eine drastische Reduzierung von Verkehrsschildern - einhergehend mit baulichen Veränderungen - in einzelnen Straßenzügen vorsieht, ist derzeit auch in Velden angedacht. Was die wenigsten wissen, ist, dass das System in Feldkirchen bereits seit Jahren angewendet wird. Die 10.-Oktober-Straße ist bereits seit 1996 frei von Schutzwegen - durchaus mit großem Erfolg.
"Ich war anfangs selbst skeptisch. Aber wir wollten einfach einen anderen Weg gehen", sagt Stadtrat, Straßenreferent Herwig Röttl: "Aber der Erfolg hat uns Recht gegeben. Wir haben seit 1996 kaum noch Unfälle in der 10.-Oktober-Straße." Röttl spricht von einem zukunftsweisenden Schritt seiner Vorgänger. Diese ließen entlang der stark befahrenen Durchzugsstraße alle Schutzwege entfernen. Einzig das Hinweisschild "Fußgänger queren auf 240 Meter" gilt den Autofahrern noch als Orientierung. "So verlassen sich Fußgänger und Autofahrer nicht blind aufeinander, wie es bei Schutzwegen oftmals der Fall ist, sondern man ist wachsam und nimmt auf andere Verkehrsteilnehmer Rücksicht", so Röttl, der auch darauf hinweist, dass man mit den Haifischzähnen, die im Großteil der Gemeindestraßen auf die Rechtsregel hinweisen, auch dem "Shared Space"-Gedanken Rechnung tragen würde.
Ausweitung kein Thema
Aber nicht nur der Referent, sondern auch Autofahrer und Fußgänger sind zufrieden. "Nachdem der Fußgänger immer Vorrang hat und die Geschwindigkeit in der 10.-Oktober-Straße sowieso auf 30 km/h beschränkt ist, sind meiner Meinung nach keine Zebrastreifen mehr nötig", sagt beispielsweise Otto Schreiber.
Aber so zufrieden man mit dem System auch ist, eine Ausdehnung auf andere Straßenzüge im Sinne des "Shared Space" - zu Deutsch: "Gemeinsamer Raum" - ist für Röttl derzeit kein Thema. Dieser Meinung sind auch Chefinspektor Reinhold Feichter, Martin Kobald vom "Kuratorium für Verkehrssicherheit" sowie Daniela Michenthaler, Leiterin der Verkehrsabteilung an der Bezirkshauptmannschaft. Grund dafür sei, so ist man sich einig, dass derzeit die Erfahrungswerte noch fehlen würden.
Ein "Schnellschuss" ist derzeit jedoch ohnehin nicht nötig, denn laut Experten gäbe es derzeit kaum gefährliche Schilderwälder entlang der Straße. "Problematische Stellen im Stadtgebiet oder am Land sind uns derzeit nicht bekannt", so Feichter.











